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01 Jul 2026

Trump prüft neuen Großangriff auf den Iran, setzt vorerst aber auf Druck und Gespräche

Washington hält sich alle Optionen offen

US-Präsident Donald Trump hat nach Berichten amerikanischer Medien eine Rückkehr zu einem umfassenden Krieg gegen den Iran prüfen lassen. Demnach sprach er mehrfach mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, über mögliche weitere Angriffe. Intern soll die Frage eine Rolle gespielt haben, ob man „die Arbeit zu Ende bringen“ müsse.

Trotz dieser Gespräche entscheidet sich Trump vorerst gegen eine erneute großangelegte Militärkampagne. Stattdessen setzt er auf eine Mischung aus Verhandlungen, Drohungen und begrenzten Einzelangriffen, falls der Iran gegen die Absichtserklärung verstößt. Der Präsident soll seinen Beratern signalisiert haben, er habe kein Problem damit, wenn die Gespräche mit Teheran über die bisherige Frist Mitte August hinausgingen.

Aus Trumps Sicht könnte ein neuer Großangriff die diplomatischen Bemühungen gefährden, vor allem das Ziel einer dauerhaften nuklearen Abrüstung des Iran. Zugleich bleibt der militärische Druck Teil seiner Verhandlungsstrategie. Nach einem Treffen mit republikanischen Senatoren sagte Trump sinngemäß, der Iran stimme allem zu, was er verlange; falls nicht, kehre man zu dem zurück, was notwendig sei.

Diplomatie unter Hochspannung

Die Gespräche laufen vor allem über Vermittler. Eine US-Delegation mit Steve Witkoff und Jared Kushner reiste nach Doha, während Katar eine zentrale Rolle spielt. Zugleich ist klar: Der Iran zeigt sich nicht bereit, direkt mit amerikanischen Gesandten zu verhandeln. Teheran bevorzugt den indirekten Kanal über Vermittler und widerspricht amerikanischen Darstellungen, wonach schon weitreichende Zugeständnisse gemacht worden seien.

Auch in der US-Regierung klingen unterschiedliche Akzente an. Vizepräsident JD Vance wirbt für eine langfristige Veränderung des Verhältnisses zum Iran, falls Teheran seine nuklearen Ambitionen aufgebe. Außenminister Marco Rubio versucht parallel, Israel und die Golfstaaten zu beruhigen und deren Sicherheitsforderungen einzubinden. Axios beschrieb diese Rollen als zwei verschiedene Werkzeuge in Trumps Iran-Strategie.

Bemerkenswert ist der direkte Deconfliction-Kanal zwischen CENTCOM und den iranischen Revolutionsgarden. Obwohl die Revolutionsgarden in den USA als Terrororganisation eingestuft sind, soll er helfen, Missverständnisse und unkontrollierte Eskalationen zu vermeiden.

Israel bleibt skeptisch

In Israel wächst die Sorge, dass Washington dem Iran zu viel Zeit und Spielraum lässt. Verteidigungsminister Israel Katz warnte zuletzt, der Iran könne jederzeit versuchen, Israel als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon direkt anzugreifen. Israel habe den USA deutlich gemacht, dass Raketenbeschuss durch den Iran eine harte Antwort auslöse.

Für Jerusalem ist besonders problematisch, dass die amerikanisch-iranischen Gespräche nicht nur das Atomprogramm betreffen, sondern zunehmend auch die Straße von Hormus, den Libanon und die Rolle der Hisbollah. Aus israelischer Sicht entsteht so die Gefahr, dass regionale Fronten miteinander verknüpft werden und Israel nicht mehr überall selbst am Tisch sitzt.

Trump hält sich damit bewusst eine doppelte Strategie offen. Er will den Iran nicht aus der Verantwortung entlassen, aber auch keinen neuen großen Krieg beginnen, solange er glaubt, durch Druck und Verhandlungen mehr zu erreichen. Genau diese Zwischenlage macht die kommenden Wochen gefährlich: Die Diplomatie läuft weiter, doch der Weg zurück zum Krieg bleibt jederzeit offen.

Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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