Neue Drohnenangst im Zentrum Israels — Gemeinden warnen vor Bedrohung aus Judäa und Samaria
In israelischen Gemeinden entlang der Nahtlinie zu Judäa und Samaria wächst die Sorge vor einer neuen Sicherheitsbedrohung: kleinen Angriffsdrohnen, die Sprengladungen tragen können. Nach Einschätzung lokaler Verantwortlicher könnte sich eine Entwicklung, die Israel aus dem Libanon kennt, auf Judäa und Samaria ausweiten.
Auslöser der Warnungen sind Hinweise aus dem Sicherheitsapparat, wonach der Iran den Einsatz kleiner FPV-Drohnen aus dem Libanon auf weitere Schauplätze übertragen will. Solche Drohnen werden aus der Perspektive des Piloten gesteuert, fliegen niedrig und sind schwer zu erkennen. Im Krieg zwischen Russland und der Ukraine und zuletzt im Libanon haben sie gezeigt, wie stark kleine, günstige Systeme moderne Schlachtfelder verändern.
In Gemeinden wie Kibbutz Eyal, unweit der Grenze zu Judäa und Samaria, werden solche Szenarien ernst genommen. Einwohner berichten, sie dächten nicht mehr nur an Raketen oder Schüsse, sondern auch an Drohnen, die innerhalb weniger Minuten dicht besiedelte Gebiete im Zentrum Israels erreichen könnten.
Oshrat Gani Gonen, Vorsitzende des Regionalrats Drom HaSharon, spricht von einer unmittelbaren Gefahr. Überquere eine Drohne die Grenze, könne sie Tel Aviv in rund sechs Minuten erreichen, warnte sie. Es gehe nicht mehr um ein theoretisches Szenario. Einige Drohnen würden vor Ort hergestellt, andere könnten vom Iran oder seinen Netzwerken geliefert werden.
Nach Angaben lokaler Sicherheitsverantwortlicher wurden in Judäa und Samaria zuletzt Dutzende Drohnen beschlagnahmt. Die IDF geht davon aus, dass FPV-Angriffsdrohnen dort noch nicht einsatzbereit sind. Dennoch werden alle entdeckten Drohnen vorsorglich eingezogen.
Die Gemeinden fordern konkrete Schutzmaßnahmen: Radarabdeckung, elektronische Erkennungssysteme und Technologien zur Abwehr kleiner Drohnen. Drom HaSharon verlangt zudem staatliche Mittel für ein regionales Lagezentrum und zusätzliche Sicherheitsausrüstung.
Die Sorge ist klar: Was im Libanon zur täglichen Bedrohung geworden ist, könnte auch an der Nahtlinie zu Judäa und Samaria entstehen. Für Israels Zentrum wäre das eine neue Qualität der Gefahr.
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