Siebte Nacht, und der Krieg erreicht Saudi-Arabien: Erstmals Alarm im Königreich, Kuwait schließt zeitweise den Flughafen
Die USA haben in der Nacht zum Samstag ihre siebte Welle in Folge gegen den Iran abgeschlossen. Getroffen wurden nach CENTCOM-Angaben Überwachungsanlagen, Militärlogistik, unterirdische Waffenlager und maritime Kapazitäten. Der Iran antwortete mit einer neuen Welle gegen die Golfstaaten, und die zog den Kreis weiter als je zuvor: Erstmals gab Saudi-Arabiens Zivilschutz Warnungen für die Städte Al Kharj und Yanbu aus, nach Berichten über einen iranischen Angriff auf eine US-Basis im Königreich. Stunden später hieß es, die Gefahr sei vorüber. Damit steht auch der letzte große Golfstaat, der bislang verschont blieb, auf der Karte des Konflikts.
Kuwait am Limit, Bahrain unter Beschuss
Am härtesten trifft es weiter die kleinen Nachbarn. Kuwait schloss nach iranischen Raketen- und Drohnenangriffen zeitweise seinen internationalen Flughafen, die Fluggesellschaft musste den Großteil der Flüge umplanen. Seit Donnerstagfrüh fing die kuwaitische Luftabwehr 32 Drohnen ab, mehrere Soldaten der Landstreitkräfte liegen nach Angriffen auf zivile Infrastruktur im Krankenhaus. Bahrain meldete erneut Abfangerfolge; die Revolutionsgarden reklamierten dort Treffer auf den Stützpunkt Sheikh Isa, wo US-Kampfjets versammelt gewesen seien, sowie auf ein Rechenzentrum, das sie zum „vollständig zerstörten“ Geheimdienstzentrum erklärten. Unabhängig bestätigt ist nichts davon. CENTCOM konterte eine andere iranische Behauptung, zwei Tanker seien auf Minen gelaufen, ungewöhnlich direkt: „Wie die meisten Behauptungen der Revolutionsgarden ist auch diese falsch.“
Im Iran selbst forderten die amerikanischen Schläge gegen die Brücken der Vornacht Menschenleben: Nach Angaben iranischer Staatsmedien starben in der Provinz Hormozgan mindestens acht Menschen, 20 wurden verletzt. Die USA hatten sechs Brücken zerstört, die Küstenstädte um Bandar Abbas verbinden, Nachschubwege der Revolutionsgarden, aber eben auch Lebensadern der Zivilbevölkerung.
Verstärkung nach Israel, Drohungen aus Teheran
Washington baut parallel seine Kräfte aus. Nach Ynet-Informationen treffen binnen 24 Stunden zehn Tankflugzeuge in Israel ein, diesmal nicht auf dem Flughafen Ben Gurion. Das Wall Street Journal verfolgte Kampfjet-Verlegungen über Europa in die Region, wo bereits über 50.000 US-Soldaten stehen. Die US-Botschaften riefen Amerikaner auf, alle Reisen in die Region zu überdenken.
Aus Teheran kommen die Eskalationsansagen im Tagestakt: Marinekommandeur Ali Azmaei drohte, das Meer für die Amerikaner „zur Hölle“ zu machen. Mohsen Rezaei, Berater des Obersten Führers, warnte, dauere die US-Kampagne noch zwei, drei Tage, bleibe „keine politische Grenze“ außerhalb der iranischen Reichweite. Die nüchternste Zahl des Tages liefert die Schifffahrt: Nur acht Schiffe passierten am Donnerstag die Straße von Hormus, so wenige wie seit drei Wochen nicht, fast alle auf der von den Revolutionsgarden gebilligten Route. Trump beharrt darauf, die Meerenge sei offen. Die Zahlen sagen etwas anderes.
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