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29 May 2026

Saudi-Analyst greift Trump an: „Das wird ihn teuer zu stehen kommen“

Die Entscheidung von Donald Trump, den Krieg gegen den Iran nicht wieder aufzunehmen, sorgt in Teilen der arabischen Welt für scharfe Kritik. Der saudische Analyst Mubarak al-Ati bezeichnete Trump in einem Interview als „Papiertiger“ und warf ihm vor, den Konflikt mit Teheran nicht zu Ende geführt zu haben.

Die Weigerung Washingtons, das iranische Regime militärisch stärker unter Druck zu setzen oder einen Regimewechsel anzustreben, habe das Vertrauen vieler Staaten am Golf erschüttert. Saudi-Arabien und andere regionale Akteure würden den USA inzwischen deutlich weniger zutrauen als noch vor einigen Jahren.

Al-Ati sieht darin einen langfristigen Machtverlust der USA. Als Wendepunkt nennt er den amerikanischen Abzug aus Afghanistan 2021. Zwar seien die USA weiterhin eine Supermacht, ihre Fähigkeit, Entwicklungen im Nahen Osten zu bestimmen, habe jedoch deutlich nachgelassen. Staaten wie Saudi-Arabien, Indien oder Brasilien würden heute eigenständiger agieren und ihre Interessen nicht mehr ausschließlich an Washington ausrichten.

Bemerkenswert sind seine Aussagen zu den Abraham-Abkommen. Laut al-Ati nehme Saudi-Arabien den amerikanischen Druck für eine Normalisierung mit Israel nicht mehr ernst. Riad habe sich weder auf die Seite Israels und der USA noch auf die Seite des Irans gestellt und verfolge einen eigenständigen Kurs.

Der Analyst behauptet zudem, Saudi-Arabien arbeite gemeinsam mit Pakistan, der Türkei und Katar an einem neuen „arabisch-islamischen Block“. Dieser solle eine regionale Sicherheitsordnung fördern, die nicht mehr primär von den USA geprägt werde. Saudi-Arabien werde den Abraham-Abkommen nicht beitreten, erklärte er ausdrücklich.

Ob diese Aussagen die Haltung der saudischen Führung widerspiegeln, bleibt offen. Al-Ati spricht als politischer Kommentator, nicht im Namen der Regierung. Offiziell hat Riad weder eine Absage an die Abraham-Abkommen erklärt noch Pläne für ein neues Bündnis mit dem Iran bekannt gegeben. Dennoch zeigen die Aussagen, wie intensiv derzeit über die künftige Machtordnung im Nahen Osten diskutiert wird.

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