USA und Iran einigen sich offenbar auf 60-Tage-Deal – doch vieles bleibt offen
Im Ringen um eine neue Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran scheint es erstmals seit Wochen konkrete Fortschritte zu geben. Laut mehreren amerikanischen und israelischen Medien haben sich beide Seiten grundsätzlich auf ein 60-tägiges Memorandum verständigt, das die Waffenruhe verlängern und direkte Gespräche über das iranische Atomprogramm ermöglichen soll.
Eine endgültige Zustimmung Trumps steht allerdings noch aus.
Der Entwurf wurde laut amerikanischen Regierungsvertretern bereits Anfang der Woche weitgehend ausgearbeitet. Trump habe sich einige Tage Bedenkzeit erbeten. Das zeigt, wie vorsichtig Washington geworden ist. Zu oft schienen die Gespräche kurz vor einem Durchbruch zu stehen, nur um anschließend wieder festzufahren.
Der geplante Rahmen sieht vor, dass die Straße von Hormus wieder vollständig für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet wird. Der Iran soll innerhalb von 30 Tagen Minen entfernen und auf Behinderungen verzichten. Im Gegenzug würden Teile der amerikanischen Sanktionen vorübergehend ausgesetzt. Teheran könnte zudem wieder Öl exportieren und auf eingefrorene Gelder zugreifen.
Was bislang nicht geregelt wurde, ist mindestens ebenso aufschlussreich. Zwar soll der Iran zugesagt haben, keine Atomwaffen anzustreben. Doch die entscheidenden Fragen, etwa der Umgang mit hochangereichertem Uran oder die künftige Urananreicherung, werden erneut auf spätere Verhandlungen verschoben.
Genau darin liegt die Sorge vieler Beobachter in Israel. Teheran könnte wirtschaftliche Erleichterungen erhalten, während die eigentlichen Kernprobleme vertagt werden. Die Erfahrung der vergangenen Monate gibt wenig Anlass zum Optimismus: viel Diplomatie, viele Ankündigungen, wenig belastbare Ergebnisse.
Laut amerikanischen Angaben soll die Waffenruhe ausdrücklich auch den Libanon umfassen. Washington betont jedoch, dass Israel weiterhin gegen unmittelbare Bedrohungen durch die Hisbollah vorgehen könne.
Ob daraus ein tragfähiges Abkommen entsteht oder nur eine weitere Zwischenphase mit neuen Verzögerungen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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