Satellitenbilder entlarven Teheran: Wiederaufbau an mutmaßlicher Atomwaffen-Anlage trotz Abkommen
Während der Iran mit Washington über ein endgültiges Kriegsende verhandelt, baut er eine mutmaßliche Atomwaffen-Forschungsanlage wieder auf. Das zeigen exklusive Satellitenaufnahmen, die CNN am Freitag veröffentlichte. Im Zentrum steht Taleghan 2, ein Standort im Militärkomplex Parchin südöstlich von Teheran. Das Washingtoner Institute for Science and International Security, das Irans Nuklearaktivitäten seit Jahren überwacht, wertete die Bilder aus und spricht von „signifikanten“ Arbeiten zur Reparatur und Verstärkung des Standorts. Über den Bericht schreiben auch Ynet und weitere israelische Medien.
Die Bildfolge dokumentiert das Vorgehen Schritt für Schritt: Anfang Juni begutachteten iranische Trupps die Schäden, räumten Trümmer und deckten drei Einschlaglöcher der bunkerbrechenden Bomben provisorisch ab. Aufnahmen vom 22. Juni und 7. Juli zeigen die nächste Stufe: Bewehrungsstahl über den Löchern für eine dauerhafte Betondecke, dazu zusätzliche Härtung der Einrichtung. Es ist Irans zweiter Wiederaufbauversuch an diesem Ort.
Warum Taleghan 2 brisant ist
Israel griff die Anlage im Oktober 2024 an und in diesem Frühjahr gleich zweimal. Nach israelischen Angaben diente Taleghan 2 der Entwicklung hochentwickelter Sprengstoffe und sensiblen Experimenten aus dem Umfeld des Amad-Projekts, Irans geheimem Atomwaffenprogramm der frühen 2000er Jahre. Der umgebende Parchin-Komplex zählt zu den größten und sensibelsten Rüstungsstandorten des Landes, dort produziert und lagert der Iran Sprengköpfe und Raketentriebwerke.
Die Arbeiten könnten einen Bruch des Memorandums vom Juni bedeuten. Darin bekräftigte Teheran, keine Atomwaffe anzustreben, und verpflichtete sich, sein Nuklearprogramm während der 60-tägigen Verhandlungsfrist nicht voranzutreiben. Die USA verzichteten im Gegenzug auf neue Sanktionen.
Lastwagen am „Pickaxe Mountain“, Stille in Natanz
Das Institut warnt zugleich vor einem zweiten Standort: Am unterirdischen Komplex im Zagros-Gebirge, bekannt als „Pickaxe Mountain“, zeigt eine Aufnahme vom 21. Juni regen Lastwagenverkehr an den westlichen Tunneleingängen. Die Anlage wurde nie von der Internationalen Atomenergiebehörde inspiziert. Nach Lesart des Instituts müsste das Memorandum jeden Neubau an nuklearrelevanten Anlagen verbieten, Pickaxe Mountain eingeschlossen.
An den drei bekanntesten Atomanlagen herrscht dagegen Stille: In Natanz sind die Zugänge zu den unterirdischen Anreicherungshallen nicht wiederhergestellt, in Isfahan bleiben die Tunneleingänge unter Erdreich begraben. In Fordow errichtete der Iran Erdwälle, die Fahrzeuge vor den Tunneln ausbremsen, eine mutmaßliche Schutzmaßnahme.
Das Muster, das die Bilder zeichnen, ist eindeutig: Der Iran verzichtet auf sichtbare Anreicherung, sichert aber systematisch, was von seinem Waffenprogramm übrig ist. In Medien der Revolutionsgarden wird offen gefordert, was Teheran offiziell bestreitet: Es gebe „keine andere Wahl, als nuklear zu gehen“.
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