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08 Jul 2026

Nacht der Eskalation: USA bombardieren über 80 Ziele im Iran, Teheran feuert auf Bahrain und Kuwait

Die fragile Verständigung zwischen Washington und Teheran steht vor ihrer bislang härtesten Probe. Das US-Militär griff in der Nacht zum Mittwoch nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran an, als Antwort auf iranische Attacken auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Der Iran übte Vergeltung: Die Revolutionsgarden erklärten, 85 amerikanische Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait getroffen zu haben. Auch am Mittwochmorgen setzte Teheran den Beschuss fort.

Das US-Zentralkommando erklärte, die Schläge sollten dem Iran „hohe Kosten“ für Angriffe auf zivile Handelsschifffahrt auferlegen. Getroffen wurden Luftabwehrsysteme, Kommandozentralen, Küstenradare und Anti-Schiffs-Raketen, dazu mehr als 60 Schnellboote der Revolutionsgarden. Iranische Medien berichten dagegen von überwiegend zivilen Zielen, darunter Fischerei-Anleger und ein Telekommunikationsturm; in der Küstenstadt Sirik gab es Verletzte. Bemerkenswert: Trump gab den Befehl aus Ankara, unmittelbar nach dem Abendessen mit den NATO-Staats- und Regierungschefs.

Öl-Lizenz gestrichen, Blockade in Vorbereitung

Parallel zum militärischen Schlag traf Washington den Iran wirtschaftlich: Das Finanzministerium widerrief die Lizenz, die Teheran den Ölverkauf auf dem Weltmarkt erlaubte, ein zentrales Zugeständnis aus dem Memorandum vom Juni. Der Ölpreis sprang um fünf Prozent. Nach Informationen des Wall Street Journal stehen US-Kriegsschiffe bereit, um auf Trumps Befehl die Seeblockade der iranischen Häfen wiederaufzunehmen.

Im Kern schwelt ein Streit um die Fahrrouten: Die USA lotsen Handelsschiffe durch den südlichen Teil der Meerenge nahe Oman. Der Iran verlangt die nördliche Route, die er kontrolliert, und hatte Schiffe ausdrücklich vor der Südpassage gewarnt. Ein diskreter Gesprächskanal zu den Revolutionsgarden, den Washington aufbauen wollte, brachte keine Fortschritte.

„Wir knicken nicht ein“

Aus Teheran kommen kämpferische Töne. Alle amerikanischen Basen der Region seien „legitime Ziele für unsere Drohnen“, erklärte das iranische Militär. Parlamentspräsident Mohammad Baqer Ghalibaf, eine Schlüsselfigur der Verhandlungen, schrieb, die Ära von Einschüchterung und Erpressung sei vorbei: „Wir knicken nicht ein.“ Präsident Masoud Pezeshkian wies Trumps Spott über „falsche Tränen“ bei den Khamenei-Trauerfeiern zurück: Solche Trauer lasse sich nicht per Regierungsanordnung erzeugen.

Die Gespräche liegen während der Trauerwoche auf Eis. Mehrere US-Verbündete in der Region drängten nach einem CNN-Bericht beide Seiten, die Eskalation zu stoppen. Für Israel bedeutsam: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wird am Mittwoch in Jerusalem erwartet. Ob das Memorandum diese Nacht übersteht, ist offen. Beide Seiten werfen einander den Bruch vor. Viel ist von der Vereinbarung nicht mehr übrig.

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