Pentagon-Chef reist nach Israel: Neue Iran-Schläge setzen Washington und Jerusalem unter Druck
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wird nach Berichten amerikanischer Medien am Mittwoch in Israel erwartet. Es wäre sein erster Besuch im Land seit seinem Amtsantritt. Geplant sind Treffen mit Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz.
Der Besuch fällt in eine Phase, in der sich die Lage rund um die Straße von Hormus erneut gefährlich zuspitzt. Kurz zuvor hatten die USA eine Serie von Angriffen gegen iranische Ziele gestartet. Washington erklärte, die Schläge seien eine Reaktion auf iranische Angriffe auf mehrere Handelsschiffe in der Straße von Hormus.
Das US-Zentralkommando sprach von kraftvollen Angriffen, mit denen der Iran einen hohen Preis für Attacken auf zivile Schiffe in internationalen Gewässern zahlen solle. Nach Berichten von Axios richteten sich die Angriffe gegen iranische Militäranlagen nahe der Straße von Hormus. Genannt wurden unter anderem Luftabwehrsysteme, Küstenüberwachung, Drohnen- und Raketenstellungen sowie Infrastruktur in Hafennähe
.
Iranische Staatsmedien meldeten anschließend Explosionen in mehreren Gebieten im Süden des Landes, darunter bei Sirik, auf Qeshm und im Raum Bandar Abbas. Gesicherte Angaben zu Schäden oder Opfern lagen zunächst nicht vor.
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Energie- und Handelswegen der Welt. Schon begrenzte Angriffe auf Tanker können Ölpreise treiben, Reedereien verunsichern und den internationalen Druck auf Washington erhöhen. Reuters berichtete, dass die Risikostufe für die Schifffahrt nach den jüngsten Vorfällen deutlich angehoben wurde.
Für Israel ist Hegseths Besuch auch aus einem weiteren Grund wichtig. Nach CNN-Angaben will Washington israelische Sorgen über einen möglichen Verkauf moderner F-35-Kampfjets an die Türkei beruhigen. Hegseth nimmt derzeit am NATO-Gipfel in der Türkei teil, wo US-Präsident Donald Trump auch mit Präsident Recep Tayyip Erdogan zusammentraf.
Damit stehen bei dem Besuch mehrere heikle Themen auf der Tagesordnung: die neue Iran-Eskalation, die fragile Waffenruhe nach dem amerikanisch-iranischen Memorandum, die Sicherheit der Straße von Hormus und Israels Sorge, dass Washington Ankara militärisch stärker aufwerten könnte.
Für Netanjahu und Katz ist der Besuch eine Gelegenheit, Israels rote Linien direkt mit dem Pentagon abzustimmen. Für Washington geht es darum, Abschreckung gegen den Iran zu zeigen, ohne die Diplomatie endgültig scheitern zu lassen.
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