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09 Aug 2026

„Eine gemeinsame militärische Front“: Pakistans Verteidigungsminister deutet den neuen Pakt um

Einen Tag nach der Unterzeichnung des Verteidigungsabkommens zwischen Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei hat Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif eine Erklärung abgegeben, die in Jerusalem aufhorchen lässt. Israel sei „eine Bedrohung für die gesamte muslimische Welt“, sagte er einem pakistanischen Medium am Samstag, und rief zu „einer gemeinsamen militärischen Front“ auf. „Was Israel angeht, müssen sich alle muslimischen Länder vereinen. Daran habe ich keinen Zweifel.“

Der Pakt selbst war nach übereinstimmenden Berichten im Schatten des Iran-Krieges geschlossen worden, als Antwort auf die sicherheitspolitische Verwundbarkeit der Golfstaaten. Weder aus Riad noch aus Ankara kam eine vergleichbare Äußerung. Asif aber setzt einen eigenen Rahmen.

Der historische Bumerang

Zur Begründung griff der Minister weit zurück: Israel sei „ein Produkt der Balfour-Deklaration, in den 1940er Jahren als illegitimer Staat gegründet, und könnte eine direkte Bedrohung für jedes Land der Region darstellen“. Die Datierung stimmt dabei nicht einmal: Die Balfour-Deklaration, mit der Großbritannien die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk unterstützte, stammt aus dem Jahr 1917.

Die Times of Israel weist auf die Ironie hin, die in diesem Satz steckt: Pakistan selbst entstand 1947 auf Grundlage einer britischen Erklärung, ein Jahr vor der Gründung Israels. Wer den britischen Ursprung zum Makel erklärt, stellt damit die Legitimität des eigenen Staates gleich mit zur Debatte.

„Auch nach der Wahl ändert sich nichts“

Beachtung verdient ein weiterer Punkt. Asif stellte klar, dass seine Haltung sich auch dann nicht ändern werde, wenn Ministerpräsident Netanyahu die Wahl am 27. Oktober verliert. „Egal wer in Jerusalem an die Macht kommt, ob Bennett oder irgendein anderer Führer, die Unterschiede sind nur marginal.“ Ihre Haltung gegenüber den Palästinensern und ihre „antiislamische Geisteshaltung“ würden nicht verschwinden. „Solange die palästinensische Frage nicht dauerhaft gelöst ist, muss die islamische Welt geschlossen gegen sie stehen.“

Damit widerspricht er einem verbreiteten Argument, wonach sich die Ablehnung Israels vor allem gegen die amtierende Regierung richte. Asif sagt selbst, dass ein Regierungswechsel daran nichts ändern würde.

Ein Minister mit Vorgeschichte

Asif ist mit solchen Äußerungen nicht zum ersten Mal aufgefallen. Er nannte Israel früher „böse und einen Fluch für die Menschheit“ sowie einen „Krebsstaat“. In einem Anfang dieses Jahres veröffentlichten und später gelöschten Beitrag in sozialen Medien forderte er zudem, man müsse „die europäischen Juden loswerden“. Netanyahu nannte diesen „Aufruf zur Vernichtung Israels“ damals empörend, zumal er von einem Mitglied einer Regierung komme, „die für sich beansprucht, ein neutraler Vermittler für den Frieden zu sein“.

Damit ist der wunde Punkt benannt. Islamabad vermittelt derzeit zwischen Washington und Teheran im Krieg gegen den Iran. Israel ist an diesen Verhandlungen nicht beteiligt. Eine israelische Reaktion auf Asifs jüngste Äußerung stand zunächst aus.

Was zwischen beiden Staaten steht

Das atomar bewaffnete Pakistan unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Es stimmte 1947 in der UNO gegen die Staatsgründung, erkennt Israels Souveränität nicht an und erklärt, dies erst zu tun, wenn ein palästinensischer Staat in den Grenzen von vor 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt entstanden ist.

Bei einem Besuch in Indien sagte Netanyahu 2018: „Wir sind keine Feinde Pakistans, und Pakistan sollte nicht unser Feind sein.“ Im selben Jahr brachte der Mossad aus einem Lagerhaus in Teheran ein Archiv über das iranische Atomwaffenprogramm nach Israel. Journalisten der New York Times, die es einsahen, hielten fest: Ein erheblicher Teil der ausländischen Hilfe für dieses Programm stammte offensichtlich aus Pakistan.

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