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05 Aug 2026

Bomben während der Verhandlungen: IDF greift im Südlibanon an, während in Rom geredet wird

Es sind zwei Bilder desselben Tages. In Rom saßen israelische und libanesische Delegationen am Mittwoch den zweiten Tag zusammen, um die Umsetzung des Rahmenabkommens zu besprechen. Im Südlibanon flogen zur selben Zeit israelische Kampfjets Angriffe. Die IDF erklärte, man reagiere auf einen „eklatanten Bruch der Waffenruhe durch die Terrororganisation Hisbollah“ und führe „präzise Schläge“ durch.

Zuvor hatte die arabischsprachige Sprecherin der Armee, Oberstleutnant Ella Waweya, eine dringende Warnung an die Bewohner des Dorfes Al-Mansouri im Raum Tyros veröffentlicht: „Angesichts des Bruchs des Waffenstillstandsabkommens durch die Hisbollah ist die IDF gezwungen, mit Gewalt gegen sie vorzugehen. Die IDF beabsichtigt nicht, Ihnen zu schaden. Zu Ihrer Sicherheit müssen Sie Ihr Haus sofort verlassen und sich mindestens 1.000 Meter nördlich des Dorfes in offenes Gelände begeben. Wer sich in der Nähe von Hisbollah-Aktivisten, ihrer Infrastruktur oder ihrer Waffen aufhält, gefährdet sein Leben.“ Nach libanesischen Angaben verließen daraufhin etwa 15 Familien den Ort.

Der Vorwurf, der auch Beirut trifft

Bemerkenswert ist die Begründung, die die Armee nachlieferte. Al-Mansouri liegt innerhalb der von Israel gehaltenen Pufferzone im Südlibanon. Nach IDF-Angaben waren libanesische Zivilisten unter dem Schutz der libanesischen Armee in das Dorf zurückgekehrt, und dieselbe Armee habe dort eine Straßensperre errichtet, was den Vereinbarungen widerspreche.

Das ist heikel, denn genau jene libanesische Armee soll nach dem Rahmenabkommen schrittweise die Sicherheitsverantwortung im Süden übernehmen. Die ersten Pilotzonen liefen vor zwei Wochen an. Der Vorwurf lautet damit nicht mehr nur, die Hisbollah halte sich nicht an die Regeln, sondern auch, der künftige Ordnungshüter überschreite seine Befugnisse.

Was geflogen wurde, und wozu

Der Feuerunterstützungsverband der 91. Division griff südlich der Gelben Linie an, aus der Luft und mit Artillerie. Getroffen wurden Waffenlager und Infrastruktur. Die Dörfer im Gebiet sollen von Zivilisten geräumt sein. Nach israelischen Angaben geht es weniger um die Zerstörung eines bestimmten Objekts als um ein Signal. Die Schläge sollten über Stunden andauern.

Für die Bewohner im Norden Israels gab das Nordkommando Entwarnung: In der Region würden Explosionen zu hören sein, an der Lagebeurteilung und den Anweisungen für die Heimatfront ändere sich nichts. Alle Abendveranstaltungen blieben genehmigt.

Parallel meldete die Armee Funde aus dem Untergrund. Soldaten der 300. Brigade und der Pioniereinheit Yahalom zerstörten im Dorf Sribbin einen mehrere Dutzend Meter langen Tunnel, den die Hisbollah nach IDF-Angaben nutzte, um Anschlagspläne gegen israelische Kräfte voranzutreiben. Die Kfir-Brigade fand ein Waffenlager mit Abschussvorrichtungen und Raketen, die 4. Brigade dutzende Waffen, darunter Kalaschnikows und Panzerabwehrraketen.

Rom: „heikel und sensibel“

Über die Atmosphäre der Gespräche berichtete der libanesische Sender LBCI, die Stimmung am Dienstag sei „heikel und sensibel“ gewesen. Auf dem Tisch lägen vor allem die Pilotzonen, die Einstellung der Kampfhandlungen, die Sprengung von Tunneln sowie die libanesische Beschwerde über zerstörte Ortschaften im Süden des Landes. Das US-Außenministerium erklärte, die Gespräche liefen bis Donnerstag. Man bleibe voll dazu verpflichtet, beide Regierungen zu unterstützen, damit dauerhafte Sicherheit für beide Länder entstehe, Bedrohungen für Israel beseitigt und die libanesische Staatsgewalt im gesamten Süden wiederhergestellt werde.

Die Angriffe vom Mittwoch folgen auf jenen Drohnenangriff der vergangenen Woche, bei dem die Hisbollah ein israelisches Pioniergerät am Ali-Taher-Kamm traf, den ersten Angriff seit Inkrafttreten des Rahmenabkommens Ende Juni. Israel hatte damals angekündigt, über eine Antwort zu beraten. Sie kam nun, und sie kam mit Ansage, mitten in die Verhandlungen hinein.

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