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06 Aug 2026

Zwei Reservisten fallen in Madschdal Zun: Die Sprengfalle, die den Norden erschüttert

Der Angriff im Südlibanon, über den wir gestern berichtet haben, hatte einen bitteren Anlass. Am Donnerstagmorgen gab die IDF die Namen zweier Gefallener frei: Major der Reserve Harel Birenstock, 34, aus Nokdim, Kompaniechef im 2855. Bataillon der 55. Fallschirmjägerbrigade, und Oberstabsfeldwebel der Reserve Tamir Vaknin, 33, aus Eilat, Kampfsanitäter derselben Kompanie. Vier weitere Reservisten wurden schwer verletzt und in das Rambam-Krankenhaus in Haifa gebracht.

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch gegen zwölf Uhr im Dorf Madschdal Zun, während einer seit Monaten laufenden Operation zur Säuberung des Ortes. Zunächst ging die Meldung ein, ein Bagger sei auf einen Sprengsatz gefahren. Dann stellte sich heraus: Die Männer hatten ein mit Sprengfallen präpariertes Gebäude durchsucht. Beim Betreten explodierte die Ladung.

Die offene Frage

Die Armee untersucht den Vorfall gründlich, und im Zentrum steht eine Frage mit erheblichen Folgen: Wann wurde der Sprengsatz gelegt, vor oder nach Inkrafttreten der Waffenruhe? Sollte er älter sein, wird geprüft, ob Hisbollah-Kämpfer ihn zündeten, obwohl sie wussten, dass sich israelische Kräfte im Gebäude befanden.

Unabhängig davon macht die IDF die Terrororganisation für einen Bruch der Waffenruhe verantwortlich, mit einer eigenen Begründung: Entgegen den Vereinbarungen habe die libanesische Armee Bewohner nicht daran gehindert, in das Dorf zurückzukehren. Auffällig ist allerdings, was ausblieb. Weder der Verteidigungsminister noch der Ministerpräsident veröffentlichten eine offizielle Erklärung, wonach die Waffenruhe gebrochen worden sei.

Zwei Leben

Über Birenstock erzählte sein Freund Michael Tomer: Man kenne sich seit früher Kindheit, „wirklich wie ein Bruder“, habe dieselben Rahmen durchlaufen und gemeinsam in der Jugendbewegung angeleitet. „Harel ist ein Mensch, der ein Gewinner in der Seele ist, der immer alles gut macht. Der immer versucht, es leichter zu machen, und den Eindruck vermittelt, alles falle ihm leicht.“ In den vergangenen drei Jahren habe er sein ganzes Leben in Wartestellung gesetzt und sich vollständig dem Reservedienst gewidmet: „Er hat eine Frau zu Hause, vier Kinder und einen Beruf als Ingenieur bei Elbit. Aber das Wichtigste war der Reservedienst und die Verteidigung des Landes.“

Vor knapp zwei Jahren sammelte Birenstock nach harter Arbeit 30.000 Schekel für die Wohltätigkeitsorganisation Shalva, gemeinsam liefen die Freunde den New-York-Marathon. „Erst gestern Morgen, wenige Stunden vor dem Vorfall, habe ich mit ihm geschrieben. Das ist eine Gewohnheit der letzten Jahre: Wohin er auch geht, er schreibt mir, wie es ihm geht und dass alles in Ordnung ist. Im letzten Gespräch habe ich ihn gefragt, wann wir mal wieder zusammen radfahren.“

Yaron Rosenthal, Vorsitzender des Regionalrats Gusch Etzion, schrieb: „Wir schmerzen über den Fall von Harel, der in Gusch Etzion aufwuchs und hier sein Zuhause gründete, und senden Trost an seine Eltern, seine Frau, seine Kinder, seine Brüder, seine Schwestern und die ganze Familie. Ich bin hier in den Bergen von Gusch Etzion, und mein Herz ist bei euch in den Bergen des Libanon.“

Eilats Bürgermeister Eli Lankri besuchte die Familie Vaknin: „Wir haben mit großem Schmerz die bittere Nachricht vom Fall von Tamir seligen Angedenkens erhalten, der zu den besten Söhnen der Stadt gehörte.“ Vaknin stammte aus einer alteingesessenen Familie der Stadt, Sohn von Schimon und Katrina, Bruder von David und Yoav, Absolvent des Rabin-Gymnasiums. „Er war ein Held Israels, Salz der Erde, der tapfer für die Verteidigung des Staates Israel kämpfte.“

Die Antwort, und ihre Grenzen

Nach der Explosion griff die IDF Terror-Infrastruktur in der Region an, darunter Waffenlager und Wohnungen, die die Organisation operativ nutzte. Auch im benachbarten Al-Mansouri wurde bombardiert, nach der Räumungswarnung der arabischsprachigen Sprecherin. Die Angriffe setzten sich in der Nacht fort. Der Hisbollah-nahe Sender Al-Mayadeen meldete Luftangriffe in Al-Mansouri und Burdsch al-Schamali im Raum Tyros, dazu drei Drohnenangriffe und Artilleriefeuer auf den Ali-Taher-Kamm. In Madschdal Zun brachen nach den Schlägen Brände aus. Nach libanesischen Angaben forderten die israelischen Angriffe einen Toten und zwölf Verletzte.

Ein Detail aus einem Ynet-Bericht vom Vorabend erklärt die Wucht der Reaktion, und ihre Begrenzung: Die Armee habe auf eine kraftvollere Antwort gedrängt, die politische Ebene habe gebremst. Vorerst musste sich das Militär mit punktuellen Angriffen begnügen. In Beratungen mit Ministerpräsident Netanyahu könnte später eine härtere Reaktion genehmigt werden.

Madschdal Zun ist kein zufälliger Ort. Im Krieg entdeckte die IDF dort einen großen unterirdischen Komplex und eine Drohnenbasis, intern „die Festung“ genannt, nach Armeeangaben ein Aufmarschzentrum der Hisbollah. Gefunden wurden unter anderem iranische Fluggeräte und große Mengen Sprengstoff. Seither durchkämmen die Kräfte das Gebiet weiter.

Das Dorf liegt im westlichen Abschnitt der Sicherheitszone, südlich der Gelben Linie, in einem von der IDF kontrollierten Gebiet. Genau dort starben zwei Männer, die längst zu Hause hätten sein können.

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