Autorin des Berichts zu sexualisierter Gewalt am 7. Oktober wirft UN Versagen vor
Dr. Cochav Elkayam-Levy, Vorsitzende der Zivilkommission zu den Verbrechen der Hamas an Frauen und Kindern am 7. Oktober, hat vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf schwere Vorwürfe gegen internationale Institutionen erhoben. Sie stellte zentrale Ergebnisse des Berichts ihrer Kommission vor, der sich mit sexualisierter Gewalt während des Massakers und in der Geiselhaft befasst.
Elkayam-Levy war auf Einladung der Organisation UN Watch nach Genf gekommen. Die in der Schweiz ansässige Organisation beobachtet seit den 1990er-Jahren die Arbeit der Vereinten Nationen und kritisiert regelmäßig deren Umgang mit Israel.
Ihre Kommission habe über mehr als zwei Jahre Verbrechen dokumentiert, die viele zunächst für unvorstellbar gehalten hätten, sagte Elkayam-Levy. Der Bericht beschreibe wiederkehrende Muster schwerer Gewalt gegen Frauen und Kinder: sexualisierte Gewalt, Misshandlungen und gezielte Entwürdigung der Opfer. Viele Fälle seien so grausam gewesen, dass bestehende juristische Begriffe nicht ausreichten, um das Ausmaß zu erfassen.
Besonders scharf kritisierte sie das Verhalten internationaler Gremien nach dem 7. Oktober. Die Opfer seien nicht nur angegriffen, sondern anschließend von jenen Institutionen im Stich gelassen worden, die dem Schutz von Frauen, Kindern und Zivilisten verpflichtet seien. Ihre zentrale Botschaft an die Vereinten Nationen: „Ihr habt die Opfer verlassen.“
Aus israelischer Sicht ist der Auftritt Teil eines größeren Kampfes um Anerkennung. Israel verweist seit dem Massaker immer wieder auf die systematische Gewalt der Hamas; israelische Vertreter werfen internationalen Organisationen vor, zu spät, zu zögerlich oder selektiv reagiert zu haben.
Der Bericht soll deshalb nicht nur dokumentieren, was geschehen ist, sondern auch verhindern, dass die Verbrechen relativiert oder verdrängt werden. Für Elkayam-Levy steht die Würde der Opfer im Mittelpunkt. Ihre Forderung an die internationale Gemeinschaft ist klar: Die Verbrechen des 7. Oktober dürften nicht politisch gefiltert, sondern müssten nach denselben Maßstäben behandelt werden wie andere schwere Kriegsverbrechen weltweit.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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