Absichtserklärung zwischen USA und Iran — erste Details zeigen weitreichende Zugeständnisse
Neue Details aus der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran zeigen, wie weitreichend der Rahmen des Abkommens ist. Nach einem Bericht von Channel 12 enthält das Dokument zwölf zentrale Punkte. Sie sollen zunächst den Kriegszustand beenden und danach 60 Tage Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen ermöglichen.
Ein Kernpunkt ist die iranische Verpflichtung, keine Atomwaffen zu entwickeln oder zu erwerben. Die entscheidende Frage des angereicherten Urans wird jedoch nicht sofort gelöst, sondern auf die Verhandlungen über das endgültige Abkommen verschoben. Die USA und der Iran verpflichten sich nur, eine Lösung zur Entfernung oder Neutralisierung der bestehenden Uranbestände zu finden. Auch die künftige Anreicherung und Irans zivile nukleare Bedürfnisse sollen erst in dieser zweiten Phase behandelt werden.
Brisant ist die regionale Dimension. Laut den bekannt gewordenen Punkten sollen der Iran, die USA und ihre Verbündeten die Feindseligkeiten einstellen, ausdrücklich auch im Libanon. Genau das sorgt in Israel für erhebliche Kritik: Jerusalem will seine Handlungsfreiheit gegen die Hisbollah nicht durch ein amerikanisch-iranisches Abkommen eingeschränkt sehen.
Die USA verpflichten sich während der Verhandlungen, keine neuen Sanktionen zu verhängen und keine zusätzlichen Truppen in die Region zu schicken. Auch die Seeblockade soll fallen. Der Iran wiederum soll für 60 Tage eine sichere und gebührenfreie Durchfahrt für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus gewährleisten.
Wirtschaftlich enthält die Absichtserklärung ebenfalls erhebliche Zusagen. Eingefrorene iranische Vermögenswerte sollen nach Umsetzung der Absichtserklärung verfügbar werden. Kommt ein endgültiges Abkommen zustande, sollen die USA innerhalb von 30 Tagen Truppen abziehen und alle Sanktionen gegen den Iran aufheben. Außerdem ist ein Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm im Umfang von 300 Milliarden Dollar vorgesehen.
Innerhalb der US-Regierung gibt es jedoch Zweifel. CIA-Direktor John Ratcliffe warnte Trump nach Berichten von Channel 12, amerikanische Geheimdiensterkenntnisse weckten ernste Zweifel an Irans Bereitschaft, die geforderten nuklearen Zugeständnisse umzusetzen. Auch Marco Rubio und Pete Hegseth äußerten demnach Bedenken, während JD Vance, Steve Witkoff und Jared Kushner den Deal unterstützten.
Die Absichtserklärung wirkt damit weniger wie ein endgültiger Durchbruch als wie ein riskanter Rahmen. Der Iran erhält Aussicht auf wirtschaftliche Entlastung, doch die entscheidenden Fragen sollen erst später geklärt werden: Uranbestände, Anreicherung, Raketenprogramm und regionale Stellvertreter.
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