Zwei tote US-Soldaten in Jordanien, achte Angriffsnacht, und Israel warnt: „Wir stoppen nicht wie beim letzten Mal“
Der Krieg am Golf hat seine ersten amerikanischen Todesopfer seit Wiederaufnahme der Kämpfe gefordert, und die USA antworten mit ihrer achten Angriffsnacht in Folge. Das Zentralkommando erklärte in der Nacht zum Sonntag, die neue Welle solle auf Anordnung Präsident Trumps Irans Fähigkeit zur Bedrohung der Schifffahrt weiter schwächen und „die Revolutionsgarden, die amerikanische Soldaten in Jordanien angegriffen haben, rasch bestrafen“. Zwei US-Soldaten waren am Freitag bei einem iranischen Angriff auf den Stützpunkt Muwaffaq Salti getötet worden, ein weiterer gilt als vermisst. Seit Kriegsbeginn Ende Februar sind damit 16 Amerikaner gefallen.
Jordanien im Fadenkreuz: vier Angriffe in fünf Tagen
Was die New York Times aus US-Kreisen zusammenträgt, zeigt ein Muster, über das das Pentagon bislang schwieg: Der tödliche Schlag war der vierte iranische Angriff auf US-Kräfte in Jordanien binnen fünf Tagen. Getroffen wurden Unterkünfte auf der König-Faisal-Basis, ein Stützpunkt mit Black-Hawk-Hubschraubern im Osten des Landes und zweimal Muwaffaq Salti, wo 48 Stunden vor dem tödlichen Treffer rund 20 Soldaten auf dem Weg in die Bunker verletzt worden waren. Dutzende Verwundete, beschädigte Helikopter, und eine beunruhigende Erkenntnis: Irans Raketen sind schneller und manövrierfähiger geworden, sie durchdringen zunehmend die amerikanische Abwehr. In Washington wächst laut Wall Street Journal der Verdacht, Teheran erhalte Zielhilfe aus China oder Russland. Jordaniens Rolle war zuletzt gewachsen, weil das Pentagon Kräfte aus Bahrain, Katar und den Emiraten in vermeintlich sicherere Länder verlegt hatte, nach Jordanien und Israel.
Der neue Oberste Führer Mojtaba Khamenei meldete sich schriftlich zu Wort und nannte die USA den „Großen Satan“: Der Bruch des Memorandums beweise erneut die Wertlosigkeit der Unterschrift des US-Präsidenten. Für den „amerikanischen Feind“ hielten Iran und die Widerstandsfront „unvergessliche Lektionen“ bereit. Das US-Außenministerium reagierte auf die Lage mit einem seltenen Schritt: einer weltweiten Reisewarnung für alle Amerikaner, aus Sorge vor Anschlägen iranisch gesteuerter Gruppen rund um den Globus.
Israel bietet an, Washington bremst, Teheran zögert
Bemerkenswert ist die israelische Ebene des Berichts: Israel hat den USA angeboten, sich den Angriffen anzuschließen. Washington lehnte ab, man wolle Israel draußen halten. Ob es dabei bleibt, hängt an Teheran. Die Einschätzung in Jerusalem: Der Iran meidet Israel bewusst, er beschießt acht Länder der Region, aber nicht den einen Staat, dessen Kriegseintritt alles ändern würde. Sollte er es doch tun, bereitet Israel „Überraschungen“ vor. Ein ranghoher Vertreter wurde deutlich: Das Memorandum sei tot. „Wenn sie uns angreifen, zahlen sie einen sehr hohen Preis. Wir stoppen nicht wie beim letzten Mal.“ Die Zielbank steht, der Fokus läge auf Infrastruktur, das erklärte Ziel wäre die Beschleunigung des Regimesturzes. Vorbereitet wird auch das Szenario, dass Teheran stattdessen seine Stellvertreter aktiviert: die Hisbollah, die Houthis, Anschläge im Ausland.
Die USA verstärken ihre Luftmacht: F-16 aus Spangdahlem in Deutschland, Tarnkappen-F-35 aus Großbritannien. Und die Tankflugzeuge, die künftig auf israelischen Luftwaffenbasen parken, bekommen Shuttles nach Tel Aviv. Die Besatzungen wollten unbedingt in Ben Gurion bleiben, wegen der Nähe zu Stadt und Strand. Auch das gehört zum Bild dieses Krieges.
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