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25 Jul 2026

Zwei Israelis tot, ein Dutzend Dörfer verwüstet: Die Gewaltspirale in Samaria dreht sich weiter

Der Anschlag beim Dorf Tel hat ein zweites Todesopfer gefordert. Neben Benayahu Mellet, 32, Mitglied der Bereitschaftstruppe von Havat Gilad, starb auch Major Yuval Ezra, 27, aus Herzlia, Batteriechef im 411. Artilleriebataillon. Er war als Erster zum Ort des Geschehens gerufen worden. Ein Zugführer, der mit ihm eintraf, erschoss den Angreifer. Insgesamt kamen vier Palästinenser ums Leben, darunter der Schütze. Zwei Israelis wurden verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich, einer schwer; auf palästinensischer Seite gab es vier Verletzte, drei davon lebensgefährlich.

Zum Hergang liegen präzisere Angaben vor. Nach Auskunft israelischer Sicherheitskreise war eine Gruppe von Israelis am Freitagmorgen ohne die vorgeschriebene Abstimmung mit der Armee in das Gebiet gelangt; Teile der Route führten durch die Zonen A und B, in denen Israelis der Zutritt untersagt ist. Es kam zur Konfrontation mit Dutzenden Palästinensern. Mellet, der zur Hilfe eilte, wurde die Waffe entrissen, dann fielen Schüsse.

Beisetzung in Havat Gilad

Mellet wurde am Freitagnachmittag in Havat Gilad beigesetzt, mit militärischen Ehren, da die Armee ihn als gefallenen Soldaten anerkannte. Er war Reservist im Rang eines Oberfeldwebels und in der Ortschaft für die Landwirtschaft zuständig. Zahlreiche Regierungsvertreter nahmen teil, darunter die Minister Yitzhak Wasserlauf, Orit Strock, Ze’ev Elkin sowie die Abgeordneten Limor Son Har Melech und Amit Helvi.

Seine Witwe Esther sprach von 14 gemeinsamen Jahren, die „in einem Augenblick“ endeten. „Du bist immer als Erster losgesprungen. Auch diesmal war das keine Frage.“ Als sie die Hubschrauber gesehen habe, sei sie nicht beunruhigt gewesen, „denn du kamst immer zurück. Nur diesmal kamst du gar nicht mehr zurück.“

Mellets Vater Boaz forderte in seiner Trauerrede, Israel solle in den letzten Tagen der amtierenden Regierung die Palästinensische Autonomiebehörde auflösen, die Siedlungen in Judäa und Samaria ausbauen und darüber hinaus Ortschaften in Gaza und im Südlibanon gründen. Aus der Trauergemeinde wurden wiederholt Rufe nach Rache laut.

Ausschreitungen in mehr als einem Dutzend Dörfern

Vor, während und nach der Beisetzung zogen mehrere Hundert junge Israelis durch palästinensische Ortschaften im nördlichen Samaria, viele von ihnen aus den Außenposten der Region, warfen Steine, zündeten Häuser an und verletzten nach palästinensischen Angaben mehr als ein Dutzend Menschen. In Far’ata wurden sieben Palästinenser verletzt, überwiegend durch Schusswaffen, teilte der Palästinensische Rote Halbmond mit. In Sarra brannten sechs Häuser, fünf Fahrzeuge und mehrere Hektar Ackerland, drei Bewohner wurden verletzt. Aus Awarta wurde ein zusammengeschlagener 30-Jähriger gemeldet, aus dem Jordantal ein Autofahrer, dem in den Rücken gestochen wurde. In Tel selbst fanden Bewohner am Abend entwurzelte Olivenbäume vor.

Die Armee erklärte, sie arbeite daran, Vergeltungsaktionen zu verhindern. Zugleich räumte ein Militärvertreter in einem Hintergrundgespräch ungewöhnlich offen ein, die mehr als 80 illegalen Außenposten in Judäa und Samaria seien „eines der herausforderndsten Themen überhaupt“ für die Fähigkeit der Armee, Ordnung zu wahren. Hinzu kämen 126 Siedlungsfarmen. Vor zwei Wochen verlegte die IDF zwei weitere Bataillone dauerhaft in das Gebiet, insgesamt stehen dort nun 24.

Die Antwort der Regierung: Härte und neue Ortschaften

Nach einer Sitzung des engeren Sicherheitskabinetts kündigten Netanyahu und Verteidigungsminister Katz eine Reihe von Maßnahmen an: die Zerstörung des Hauses des Schützen, eine „intensive Operation“ in Dörfern, die als Terrorzentren gelten, das Einsammeln von Waffen, den Entzug von Arbeitsgenehmigungen, zusätzliche Kontrollpunkte und eine verstärkte Trennung israelischer und palästinensischer Verkehrswege. Dazu soll die Legalisierung bestehender Außenposten beschleunigt und sollen neue gegründet werden.

Generalstabschef Eyal Zamir besuchte den Ort des Anschlags und versprach, alle Beteiligten zu fassen. Israelische Spezialkräfte griffen im Spezialkrankenhaus von Nablus zwei Verdächtige auf, die dort wegen ihrer Verletzungen aus dem Feuergefecht behandelt wurden. Schin-Bet-Chef David Zini nannte die Tat „schwerwiegend und schmerzhaft“ und rief israelische Bürger auf, das Recht nicht in die eigene Hand zu nehmen.

Am Sonntag wird Major Yuval Ezra beigesetzt.

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