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„Wirtschaftlicher D-Day“: Trump droht jedem Land, das Teheran noch hilft

Es war die Nacht, in der Washington den Verhandlungsweg endgültig verließ. Auf Truth Social kündigte Präsident Donald Trump „die vernichtendste Wirtschaftsoperation an, die jemals gegen ein Land unternommen wurde“. Sein Vorwurf: „Niemand hat der Islamischen Republik Iran eine größere Gelegenheit zu einem Abkommen gegeben als ich. Tragischerweise haben sie es versäumt, sie zu ergreifen.“

Was folgt, sei „Wirtschaftskrieg und Isolation in nie dagewesenem Ausmaß“. Zur Begründung listete er auf, was aus seiner Sicht erreicht ist: „Ihre Marine ist weg, ihre Luftwaffe zerstört, ihre Rüstungsfabriken sind Schutt, ihre Währung ist wertlos, und ihr Land hängt am seidenen Faden.“

Die Drohung, die auch Verbündete trifft

Der eigentlich neue Teil richtet sich nicht an Teheran, sondern an alle anderen. „Ich kündige an, dass jedes Land, das seinen Finanzinstituten, Unternehmen, Flughäfen oder staatlichen Stellen erlaubt, dem Iran irgendeine Art von Rettungsleine zu geben, selbst gewaltige wirtschaftliche Konsequenzen erleiden wird.“

Und dann wurde er konkret: „Ölschmuggel, Swap-Geschäfte, Bargeldtransfers, Wechselstuben, Schiffsregister, Scheinfirmen. Das alles muss JETZT aufhören. Ihr wisst, wer ihr seid.“ Gemeint sind unter anderem Tauschgeschäfte, bei denen iranisches Öl über Drittländer weitergereicht und so seine Herkunft verschleiert wird.

Sein Schlusssatz: „Dies wird ein wirtschaftlicher D-Day, und wir brauchen alle unsere Verbündeten an der Seite der Vereinigten Staaten, um die iranische Bedrohung zu isolieren und zu besiegen. Diese Wahnsinnigen liegen in den Seilen, und diese historischen Maßnahmen werden sie und ihre Fähigkeit, weltweit Terror zu verbreiten, lähmen. DER IRAN WIRD NIEMALS EINE ATOMWAFFE HABEN.“

Details nannte er keine. Auf Nachfrage von Journalisten sagte er lediglich: „Nun, wir haben Dinge, die wir sanktionieren könnten. Wir haben sehr drakonische Sanktionen, und wir werden sehen, was passiert.“

Was dahinterstehen könnte

Finanzminister Scott Bessent hatte am Wochenende angekündigt, man werde Maßnahmen ergreifen, „wie man sie im Iran noch nie gesehen hat“: eine Kombination aus wirtschaftlicher Isolation und der fortgesetzten Blockade der Meerenge, die nichts mehr in iranische Häfen hinein oder heraus lässt.

Bloomberg hat analysiert, was das praktisch bedeuten könnte. Der empfindlichste Punkt für Teheran ist China, das über 90 Prozent der iranischen Ölausfuhren abnimmt. Sanktionen gegen die Zwischenhändler dieses Geschäfts träfen die Einnahmen unmittelbar. Washington hat bislang kleinere chinesische Raffinerien belegt, die großen chinesischen Banken jedoch verschont, was die Spannungen mit Peking vor einem geplanten Treffen zwischen Trump und Xi Jinping verschärfen würde.

Ein zweiter Ansatzpunkt sind Wechselstuben, besonders in den Emiraten, über die der Iran Gelder zurückführt. Das Finanzministerium hat diesen Sektor als verwundbar erkannt und im Rahmen der laufenden Kampagne „Economic Fury“ iranische Wechselhäuser sanktioniert, denen es Geldwäsche in Milliardenhöhe vorwirft. Teheran hat allerdings jahrelang Ausweichkanäle aufgebaut; die Schließung einzelner Häuser verlagert das Geschäft meist nur.

Die Drohung gegen jeden, der mit dem Iran Geschäfte macht, ähnelt einem Vorgehen, das Trump 2017 gegen Nordkorea wählte. Sie zwingt ausländische Unternehmen und Banken zur Wahl zwischen dem Iran-Geschäft und dem Zugang zum amerikanischen Finanzsystem. Betroffen wären auch Nachbarn und Verbündete wie die Türkei. Im Januar drohte Trump mit 25 Prozent Zoll auf Länder, die mit dem Iran handeln, umgesetzt hat er es nicht.

Zwei weitere Optionen stehen im Raum: die Beschlagnahme iranischer Staatsvermögen im amerikanischen Zuständigkeitsbereich, ähnlich einem Schritt der Bush-Regierung nach dem Irakkrieg 2003, und die Ausweitung der Maßnahmen gegen die iranische Schattenflotte von einzelnen Schiffen auf die Unternehmen, Terminals und Infrastrukturen dahinter.

Die Reaktion aus Teheran: Spott

Aus dem Iran kam zunächst keine offizielle Antwort, staatsnahe Medien taten die Ankündigung als nichts Neues ab.

Der Ton der vergangenen Tage war ohnehin gesetzt. Auf Trumps „Annexionskarte“ der Straße von Hormus, die er am Dienstag unter dem Titel „neues amerikanisches Territorium“ veröffentlichte, antwortete der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi: „So wie Trump am Ende den Namen des Persischen Golfs richtig hinbekommen hat, so wird auch sein Wahn über die Straße von Hormus bald korrigiert werden, oder wir werden seine Wahnvorstellungen selbst korrigieren.“

Die Revolutionsgarden nannten den Präsidenten „wahnhaft“, nachdem sein Schwiegersohn und Gesandter Jared Kushner von den „besten Gesprächen aller Zeiten“ mit dem Iran gesprochen hatte. Teheran bestreitet, dass es solche Gespräche gibt, und verweist darauf, dass Kontakte über Vermittler laufen, vor allem über Oman, Pakistan und Katar.

Zur Einordnung: Trumps Ankündigung kommt einen Tag, nachdem die Emirate den Handel mit dem Iran eingestellt haben. Zugleich behauptete der Präsident erneut, die Meerenge sei offen: „Im Moment ist die Straße offen. Viele Schiffe kommen durch. Darüber berichtet niemand.“

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