Trump verliert die Geduld: Keine Antwort aus Teheran, Washington verschärft die Bedingungen
Während die Welt auf eine Entscheidung aus Teheran wartet, wächst in Washington die Ungeduld. Nach mehreren Tagen ohne klare Zustimmung des iranischen Machthabers Mojtaba Chamenei zu dem ausgehandelten Memorandum zwischen den USA und dem Iran soll Trump die Verhandlungsführer angewiesen haben, die Bedingungen nachträglich zu verschärfen.
Der Entwurf war zwischen den Unterhändlern bereits weitgehend abgestimmt, berichten mehrere israelische und amerikanische Medien. Doch die entscheidende Zustimmung aus Teheran blieb aus. Genau das scheint Trump verärgert zu haben. Statt einer schnellen Unterzeichnung steht das Papier nun erneut auf der Kippe.
Wichtig zu verstehen, worum es überhaupt geht: Das Dokument ist kein Friedensvertrag und kein umfassendes Atomabkommen. Es soll die Kämpfe beenden und eine 60-tägige Verhandlungsphase eröffnen. In dieser Zeit sollen die wirklich strittigen Fragen erst diskutiert werden.
Genau hier liegt aus israelischer Sicht das Problem. Der Entwurf enthält offenbar keine verbindliche Regelung zur Zukunft des iranischen Atomprogramms. Weder wird festgelegt, was mit den hochangereicherten Uranbeständen geschieht, noch gibt es konkrete Mechanismen zur Kontrolle oder zum Abbau der nuklearen Infrastruktur. Darüber soll erst später verhandelt werden.
Der Entwurf sieht unter anderem eine Wiederöffnung der Straße von Hormus, eine schrittweise Aufhebung der amerikanischen Seeblockade, Verhandlungen über eingefrorene iranische Vermögenswerte sowie mögliche Sanktionserleichterungen vor. Auch die Waffenruhe im Libanon wäre Teil des Pakets.
In Jerusalem wächst die Sorge, dass der Iran wirtschaftliche und politische Vorteile erhält, bevor die Kernfragen geklärt sind. Teheran könnte Zeit gewinnen, während die eigentlichen Streitpunkte lediglich vertagt werden.
Hinzu kommt die Unsicherheit über Trumps Kurs. Öffentlich spricht er von einem Abkommen, das den iranischen Griff zur Atombombe verhindert. Mehrere Berichte deuten jedoch darauf hin, dass genau diese Punkte im aktuellen Entwurf nicht verbindlich geregelt sind. Zwischen den öffentlichen Aussagen und dem tatsächlichen Inhalt des Dokuments klafft eine erhebliche Lücke.
Ob Chamenei dem Entwurf zustimmt, ist offen. Ebenso offen bleibt, ob ein solches Memorandum den Weg zu einem belastbaren Abkommen ebnet oder lediglich eine längere Feuerpause schafft, ohne die Ursachen des Konflikts zu lösen. Für viele Beobachter in Israel ist genau das die größte Sorge.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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