Trump und Netanyahu planen Treffen: Das Bündnis soll wieder sichtbar werden
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump haben miteinander telefoniert und vereinbart, sich demnächst persönlich in den USA zu treffen. Anlass des Gesprächs war der 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten. Netanyahu gratulierte Trump und betonte die enge Verbindung zwischen Israel und den USA.
Nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten sagte Netanyahu, die Vereinigten Staaten seien ein Garant globaler Freiheit. Israel schätze die besondere Beziehung zwischen beiden Ländern sehr. Ein genauer Termin für das Treffen wurde nicht genannt. Israelische Berichte gehen davon aus, dass es im September am Rande der UN-Generalversammlung stattfinden könnte. Auch ein früherer Termin ist möglich.
Politisch ist das Telefonat mehr als ein diplomatischer Höflichkeitsakt. In den vergangenen Wochen hatte es zwischen Washington und Jerusalem spürbare Spannungen gegeben. Trump und Vizepräsident JD Vance hatten Israels Vorgehen mehrfach kritisch kommentiert, besonders mit Blick auf den Iran, den Libanon und die amerikanischen Bemühungen, regionale Eskalationen einzudämmen.
Zuletzt betonte Trump jedoch wieder die Stärke der Beziehung zu Israel. Er bezeichnete Netanyahu als „Krieger-Ministerpräsidenten“ und sagte, die USA und Israel hätten gemeinsam hart gekämpft. Damit versucht Washington, Kritik an einzelnen israelischen Entscheidungen von der grundsätzlichen Unterstützung für Israel zu trennen.
Für Netanyahu kommt ein Treffen mit Trump zu einem politisch aufgeladenen Zeitpunkt. In Israel beginnt der Wahlkampf, und die Regierung steht unter Druck: wegen Gaza, der Lage im Libanon, der Gespräche mit dem Iran und innerer Konflikte über Wehrpflicht und Justiz.
Ein persönliches Treffen mit Trump könnte Netanyahu außenpolitisch stärken. Inhaltlich dürfte es anspruchsvoll werden. Auf der Tagesordnung dürften der Iran, die Hisbollah, Gaza und das amerikanisch-iranische Memorandum stehen, dazu die Frage, wie weit Israel künftig eigenständig handeln kann, ohne mit Washington in offenen Konflikt zu geraten.
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