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31 Jul 2026

Rekord im Kriegsjahr: Israels Exporte erreichen historischen Höchststand

Es ist eine Bilanz, die man zweimal lesen muss. Israels Ausfuhren erreichten 2025 einen historischen Höchststand, und das in einem Jahr mit Krieg an mehreren Fronten, globaler wirtschaftlicher Unsicherheit und, wie das israelische Exportinstitut es nennt, beispielloser Feindseligkeit gegenüber dem Land.

Zwei Erhebungen liegen vor, beide mit demselben Befund. Das Exportinstitut beziffert das Volumen auf rund 164 Milliarden Dollar. Das Wirtschaftsministerium kommt auf Grundlage der Daten des Zentralen Statistikamts auf 169 Milliarden, ein Plus von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als der bisherige Höchstwert von gut 166 Milliarden aus dem Jahr 2022. Die Differenz erklärt sich aus unterschiedlichen Erhebungsmethoden.

Die Dienstleistungen ziehen davon

Aufschlussreich ist die Struktur hinter der Zahl. Erstmals überschritten die Dienstleistungsexporte die Marke von 90 Milliarden Dollar und machen damit mehr als die Hälfte aller Ausfuhren aus. Getragen wird das Wachstum von Hightech, Software sowie Forschung und Entwicklung. Israel exportiert heute weniger Container und mehr geistiges Eigentum: Cybersicherheit, Cloud-Dienste, künstliche Intelligenz, Ingenieurleistung.

Die Hightech-Branche allein steuerte 2025 rund 85 Milliarden Dollar an Ausfuhren bei und war für etwa die Hälfte des gesamten Wirtschaftswachstums verantwortlich. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt stieg auf 18,3 Prozent. Zum ersten Mal seit vier Jahren wuchsen beide Säulen des Exports gleichzeitig, Waren und Dienstleistungen.

Verschiebungen und Warnzeichen

Hinter dem Rekord verbergen sich Verschiebungen, die man kennen sollte. Die Ausfuhren nach Europa gingen zurück, teils wegen logistischer Hürden, teils aus politischen Gründen. Nach Asien dagegen legten sie kräftig zu. Traditionelle Branchen wie Chemie und Pharmazie schwächelten, aufgefangen wurde das durch die zweite Jahreshälfte im Software- und Forschungsbereich.

Das Exportinstitut selbst mahnt zur Wachsamkeit: volatilere Weltmärkte, sich verschiebende Lieferketten, der starke Schekel. Hinzu kommt ein Befund der Innovationsbehörde, der die Euphorie dämpfen sollte: Erstmals seit einem Jahrzehnt sank die Zahl der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung, um rund 3.500 Stellen. Zugleich beantragen mehr Mitarbeiter eine Versetzung ins Ausland, und immer mehr israelische Unternehmen bauen Management und Entwicklung außerhalb des Landes aus. Die Daten des ersten Quartals 2026 deuten auf eine Verschärfung dieses Trends.

„Stärker als jede Herausforderung“

Bei den Verantwortlichen überwiegt gleichwohl der Stolz. „Die Zahlen sprechen für sich“, sagte Nili Shalev, Geschäftsführerin des Exportinstituts. Israel verfüge dank seines außergewöhnlichen Humankapitals, seiner Innovationskraft und seines Unternehmergeists über einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bei künstlicher Intelligenz. Der Vorsitzende Avi Balashnikov wurde deutlicher: In einem Jahr, in dem Israel einen schweren Krieg und beispiellose Feindseligkeit auf internationaler Bühne erlebt habe, hätten israelische Unternehmen erneut bewiesen, dass Innovation, Kreativität und israelische Qualität „stärker sind als jede Herausforderung“. Trotz wiederholter Versuche, die israelische Wirtschaft zu untergraben, suche die Welt weiter die Technologie und die Lösungen, die aus Israel kämen.

Wirtschaftsminister Nir Barkat nannte die Zahlen einen eindeutigen Beleg für die Stärke der israelischen Wirtschaft. Sein erklärtes Ziel bleibt ehrgeizig: eine Billion Dollar Exportvolumen binnen zwei Jahrzehnten. Fünf neue Wirtschaftsvertretungen sollen in diesem Jahr hinzukommen, zu den bestehenden 55 weltweit.

Für ein Land, das seit fast drei Jahren im Krieg steht und dessen Boykott international offen betrieben wird, ist diese Bilanz mehr als eine Statistik. Sie ist eine Antwort.

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