Neue US-Initiative: Washington drängt auf Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon
Die USA versuchen erneut, eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon zu vermitteln. Außenminister Marco Rubio hat nach Angaben eines hochrangigen amerikanischen Vertreters in den vergangenen 48 Stunden sowohl mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun als auch mit Benjamin Netanyahu gesprochen, um eine neue diplomatische Initiative voranzubringen.
Kern des Vorschlags ist ein einfacher Tausch: Die Hisbollah stellt sämtliche Angriffe auf Israel ein, Israel verzichtet im Gegenzug auf eine Ausweitung seiner Operationen gegen Ziele in Beirut. Noch in dieser Woche soll in Washington eine weitere Gesprächsrunde zwischen israelischen und libanesischen Vertretern stattfinden.
Aus amerikanischer Sicht wäre das ein erster Schritt, um die Gewalt einzudämmen. Doch die Erfolgsaussichten bleiben ungewiss. Präsident Aoun bemühe sich um eine Einigung, während der einflussreiche Parlamentspräsident Nabih Berri bislang keine klare Zusage abgegeben habe. Washington wirft ihm vor, die Verantwortung für eine Deeskalation vor allem auf Israel abzuwälzen.
Die USA betonen, dass Israel nicht dauerhaft Raketen- und Drohnenangriffe auf seine Bevölkerung hinnehmen könne. Gleichzeitig versuchen sie, eine weitere Ausweitung des Konflikts zu verhindern.
Bemerkenswert ist eine andere Botschaft aus Washington. Der amerikanische Vertreter deutete an, dass die bisherige Zurückhaltung der USA gegenüber israelischen Angriffen auf Ziele in Beirut nicht selbstverständlich fortgesetzt werde. Sollte die Initiative scheitern und die Hisbollah ihre Angriffe fortsetzen, könnte Washington Israel deutlich mehr Handlungsspielraum einräumen.
Damit steigt der Druck auf die Hisbollah und ihre Unterstützer im Iran. Während im Norden Israels nahezu täglich Raketen, Drohnen und Warnsirenen den Alltag bestimmen, wächst in Washington offenbar die Bereitschaft, einen härteren israelischen Kurs zu akzeptieren, falls die Verhandlungen erneut ins Leere laufen.
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