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01 Jun 2026

Massenproteste gegen Wehrpflicht: Straßenblockaden und Ausschreitungen in Israel

In mehreren Städten Israels ist es am Montag zu massiven Protesten ultraorthodoxer Gruppen gegen die Festnahme von Wehrdienstverweigerern gekommen. Besonders betroffen waren zentrale Verkehrsachsen rund um Tel Aviv und Jerusalem. Demonstranten blockierten Straßen, legten zeitweise den Bahnverkehr lahm und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Am Gannot-Kreuz nahe Tel Aviv durchbrachen Hunderte Demonstranten Polizeisperren und besetzten die Fahrbahnen der wichtigen Fernstraße 4. Die Folge waren kilometerlange Staus und erhebliche Verkehrsbehinderungen. Später drangen einige Protestierende sogar in den Bereich von Bahngleisen vor, wodurch der Zugverkehr zeitweise unterbrochen werden musste.

Auch in Jerusalem eskalierte die Lage. Anhänger des sogenannten „Jerusalemer Flügels“ protestierten vor dem Wohnhaus von Polizeigeneral Haim Shmueli, dem Leiter der Verkehrspolizei. Die Demonstranten werfen den Behörden vor, gezielt Jeschiwa-Studenten zu kontrollieren und Wehrdienstverweigerer an die Militärpolizei zu übergeben. Die Polizei setzte Blendgranaten ein, um die Menge zurückzudrängen.

Weitere Demonstrationen fanden am Eingang Jerusalems sowie in der Stadt Netivot statt. Dort kam es ebenfalls zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Parallel zu den Protesten verschärft sich der politische Konflikt. Das Forum der ultraorthodoxen Kommunalverwaltungen kündigte an, die Zusammenarbeit mit der Polizei weitgehend einzustellen. In einem scharf formulierten Schreiben an Polizeichef Danny Levy werfen die Bürgermeister der Polizei vor, einen „Feldzug“ gegen Tora-Studenten zu führen.

Hintergrund der Proteste ist die seit Monaten schwelende Debatte über die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Männer. Nachdem die Sicherheitsbehörden ihre Maßnahmen gegen Wehrdienstverweigerer verschärft haben, wächst der Widerstand in Teilen der Haredi-Gemeinschaft. Kritiker warnen inzwischen vor einer weiteren Radikalisierung des Konflikts zwischen Staat und ultraorthodoxen Gruppen.

Die Polizei kündigte an, auch künftig gegen Straßenblockaden und Störungen der öffentlichen Ordnung vorzugehen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die Proteste in den kommenden Tagen weiter eskalieren könnten.

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