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Kritik an Ben-Gvir wächst nach Gaza-Flottillen-Vorfall

Nach der umstrittenen Behandlung von Aktivisten der Gaza-Flottille gerät Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir zunehmend unter Druck, auch aus den eigenen Reihen der Regierung. Auslöser war ein von ihm selbst veröffentlichtes Video, das zeigte, wie festgenommene Aktivisten gefesselt am Boden sitzen, während Ben-Gvir mit einer israelischen Flagge vor ihnen posiert. In mehreren europäischen Ländern löste das scharfe Reaktionen aus.

Israels Botschafter in Frankreich, Italien, Belgien und Kanada wurden einbestellt. Auch Spanien verlangte Erklärungen. Italiens Regierung sprach von „inakzeptablem Verhalten“, Frankreich forderte die schnelle Freilassung eigener Staatsbürger, Spanien bezeichnete die Szenen als „unmenschlich und erniedrigend“.

Bemerkenswert ist die Kritik aus den eigenen Reihen. Außenminister Gideon Sa’ar sprach von einer „beschämenden Show“, die Israel diplomatisch schade. Auch Benjamin Netanyahu distanzierte sich ungewöhnlich deutlich. Zwar verteidigte er das Vorgehen gegen die Flottille grundsätzlich, erklärte aber zugleich, das Verhalten des Ministers entspreche „nicht den Werten und Normen des Staates Israel“.

Ben-Gvir wies die Kritik zurück. Israel müsse gegenüber Hamas-Unterstützern Härte zeigen und dürfe sich nicht länger „wie ein Prügelknabe“ verhalten. Die Affäre verschärft die Spannungen innerhalb der Koalition und belastet gleichzeitig Israels Verhältnis zu mehreren europäischen Staaten.

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