Israel bestätigt Waffenruhe im Libanon — IDF bleibt in der Sicherheitszone
Israel ist nach Angaben eines israelischen Vertreters in eine neue Waffenruhe mit der Hisbollah eingetreten. Die Feuerpause trat laut einem hochrangigen US-Regierungsvertreter am Freitag um 16:00 Uhr in Kraft. Sie wurde demnach unter Vermittlung der USA und Katars sowie mit iranischer Unterstützung ausgehandelt.
Ein israelischer Vertreter bestätigte, Israel habe der Waffenruhe zugestimmt, stellte aber klar: Die IDF bleibt in der Sicherheitszone im Südlibanon. Werde Israel angegriffen, reagiere sie. Damit versucht Jerusalem, die Feuerpause nicht als Rückzug oder Einschränkung seiner Handlungsfreiheit darzustellen.
Die Einigung kommt nach einem schweren Angriff der Hisbollah, bei dem vier israelische Soldaten im Südlibanon getötet wurden. Unter den Gefallenen war der Kommandeur des 52. Bataillons der 401. Brigade. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte danach angekündigt, die Hisbollah werde einen schweren Preis zahlen. Am Freitag führte die IDF nach eigenen Angaben seit Mitternacht mehr als 150 Angriffe im Libanon aus. Der Schwerpunkt lag im Süden, einzelne Angriffe wurden auch aus der Bekaa-Ebene gemeldet.
Zugleich versuchte Washington, die Lage zu beruhigen. Nach einem Bericht von CNN übermittelten die USA eine Botschaft an Teheran, wonach Israel seine Angriffe im Libanon nicht weiter ausweiten werde. Ein mit den Kontakten vertrauter Gesprächspartner erklärte, die Hisbollah habe die Waffenruhe verletzt, Israel sei aber bereit gewesen, vorerst darüber hinwegzusehen. Nun liege es an der Hisbollah, die Angriffe einzustellen.
Hintergrund ist der geplante Neustart der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz. Der Iran hatte nach Berichten gefordert, die Angriffe im Libanon müssten enden, bevor die Verhandlungen fortgesetzt werden könnten. Die Reise von US-Vizepräsident JD Vance in die Schweiz wurde wegen der unklaren Lage verschoben.
In Israel gibt es bislang keine ausführliche öffentliche Erklärung der politischen Führung. Weder Netanyahu noch Verteidigungsminister Israel Katz traten zunächst vor die Kameras. Viele Israelis erfuhren damit erneut zuerst aus Washington von einer zentralen diplomatischen Entwicklung.
Die Feuerpause bleibt fragil. Die Hisbollah erklärte, sie halte sich daran, solange Israel dies ebenfalls tue, behalte sich aber das Recht auf Reaktion vor. Israel wiederum beharrt darauf, weiter gegen akute Bedrohungen und Hisbollah-Infrastruktur vorgehen zu können.
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