Iran meldet Einigung mit Oman zu Hormus – Trump: „Kein Zeitdruck, der Sieg ist nah“
Der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebbi, erklärte am Mittwoch, Teheran habe mit Oman eine Einigung über die Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus erzielt. Die USA seien es, die den Verhandlungsprozess zwischen den Staaten verzögerten. Sollten sie die Bedingungen Teherans nicht akzeptieren, bleibe die Meerenge geschlossen.
„Wenn die Vereinigten Staaten unsere Bedingungen nicht akzeptieren, wird die Straße von Hormus nicht geöffnet“, stellte Mohebbi klar. Die Meerenge stehe unter iranischer Kontrolle, feindliche Schiffe befänden sich nicht im Golf. Sämtliche feindlich gesinnten Kriegsschiffe hielten sich mindestens 400 Kilometer von der Straße von Hormus entfernt auf. Aus militärischer und regionaler Sicht könne kein Schiff diese Wasserstraße ohne iranische Erlaubnis und Kontrolle passieren.
„Politische Meinungsverschiedenheiten sind natürlich, aber wir müssen angesichts des Feindes unsere Einigkeit wahren“, fügte er hinzu. Sollten die USA aufhören, Hindernisse zu schaffen, und zum Memorandum zurückkehren, könne die Straße von Hormus geöffnet werden. Der Seekorridor bei Oman stehe vollständig unter iranischer Kontrolle. Man habe mit Oman eine Einigung über den eigenen Anteil an den Gewässern von Hormus sowie die Aufteilung der daraus erzielten Einnahmen erzielt.
Trump hielt dagegen fest, es gebe keinen konkreten Zeitplan für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch, und er habe es nicht eilig. Die Konfrontation mit dem Iran unterliege keinem Zeitplan und werde so lange andauern, wie nötig. Man erziele einen großen, sicheren Sieg, während die Iraner unter Inflation litten und ihre Wirtschaft zusammenbreche. Der US-Präsident bekräftigte zudem seine Position, die Meerenge sei offen und sicher für die Schifffahrt, und kündigte an, man werde „sehr bald“ einen großen Sieg über den Iran erringen.
Vor drei Wochen hatte die New York Times berichtet, Iran und Oman näherten sich einer Vereinbarung an, wonach die Straße von Hormus ohne amerikanische Beteiligung für die Schifffahrt geöffnet werden solle. Dem Bericht zufolge hätte dies einen hohen Preis: Die internationale Wasserstraße wäre nicht mehr für alle offen, sondern stünde unter der Kontrolle Teherans und Maskats. Mit den Verhandlungsdetails vertraute Personen beschrieben demnach, wie der Schiffsverkehr geregelt werden solle: Schiffe, die durch die Meerenge in den Golf einfahren, sollten die nördliche, iran-nahe Route nutzen, Schiffe, die den Golf verlassen, die südliche Route nahe Oman.
Belagerung und Sanktionen statt Angriffe
Die Ankündigung der Einigung fällt in eine Zeit, in der Trump neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt hat. Der US-Präsident hatte seine Strategie in den vergangenen Wochen angesichts des festgefahrenen Verhandlungsstands geändert. Teheran weigert sich, die Straße von Hormus, die „Ölarterie“ der Weltwirtschaft, zu öffnen, ohne dass die USA seine Kontrolle über die strategische Wasserstraße anerkennen.
Statt den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen, setzt Washington nun auf wirtschaftliche Zermürbung. Bereits vergangene Woche hatte die US-Regierung angekündigt, einen sogenannten „wirtschaftlichen D-Day“ umzusetzen, in Anlehnung an den alliierten Landungstag in der Normandie im Zweiten Weltkrieg, und damit gedroht, Staaten zu bestrafen, die weiterhin Handelsbeziehungen mit dem Iran unterhalten.
Am frühen Morgen wurde zudem bekannt, US-Außenminister Marco Rubio habe mehreren Amtskollegen verbündeter Staaten in den vergangenen Tagen mitgeteilt, die USA planten vorerst keine neuen Angriffe im Iran. Die Regierung konzentriere sich stattdessen auf andere Druckmittel, darunter die Seeblockade und die diese Woche verhängten neuen Sanktionen.
Amerikanischen Angaben zufolge machte Rubio deutlich, Washington plane derzeit keine Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen, schließe Angriffe jedoch nicht aus, sollte der Iran zuerst angreifen.
Ein weiterer amerikanischer Vertreter sagte, dies dürfte zumindest bis nach den amerikanischen Zwischenwahlen die Linie der Regierung bleiben. In Regierungskreisen heißt es zudem, die Räumung der Minen aus dem Großteil der Straße von Hormus sowie der gestiegene Verkehr von Öltankern hätten die Verhandlungsmacht des Iran deutlich geschwächt.
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