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16 Jul 2026

Inseln besetzen, den „Berg“ bombardieren: Trumps riskante Optionen liegen auf dem Tisch

Nach fünf Nächten Dauerbeschuss prüft Washington den nächsten, weit gefährlicheren Schritt. US-Präsident Donald Trump neigt nach tagelangen Beratungen mit seinem Sicherheitsteam dazu, die Militäroperationen gegen den Iran auszuweiten. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungsvertreter.

Auf dem Tisch liegen drei Optionen: ausgeweitete Luftangriffe bis hin zu Energieanlagen, die Bombardierung des Nuklearkomplexes im „Pickaxe Mountain“, und, am weitreichendsten, der Einsatz von Bodentruppen zur Besetzung iranischer Inseln an der Straße von Hormus, allen voran der Ölinsel Charg.

Eine Entscheidung ist nicht gefallen. Mehrere Beamte deuten an, das laute Nachdenken über die Eskalation könnte selbst Teil der Strategie sein: Teheran soll nervös werden und einlenken. Vizepräsident JD Vance formulierte es im Gespräch mit Podcaster Joe Rogan so: Die Angriffe sollen den Iran an den Verhandlungstisch zwingen, nicht in einen totalen Krieg führen.

Die Blockade wird scharf durchgesetzt

Wie ernst es Washington meint, zeigte sich in der Nacht auf See: Ein US-Flugzeug feuerte Hellfire-Raketen in den Schornstein des Tankers „Belma“ unter der Flagge Curaçaos, der trotz mehrfacher Warnungen Kurs auf die Insel Charg hielt. Das Schiff wurde manövrierunfähig geschossen, die Blockade gilt seit Mitternacht wieder vollständig. Parallel meldete Reuters unter Berufung auf US-Beamte, die täglichen Angriffe der vergangenen Woche seien „vorbereitende Maßnahmen“: Sie zermürben Irans Luftabwehr und Raketenstellungen, für den Fall, dass Trump die größeren Operationen befiehlt. In der Nacht zum Donnerstag wurden erstmals seit Beginn der aktuellen Konfrontation Luftabwehrsysteme über Teilen Teherans aktiviert.

Warum beide Optionen brandgefährlich sind

Die Risiken sind erheblich, und die Planer wissen es. Eine Landung auf Charg, über die der Großteil der iranischen Ölexporte läuft, würde amerikanische Soldaten zu leichten Zielen für iranische Raketen und Drohnen machen. Der frühere CENTCOM-Kommandeur Frank McKenzie hält die Option dennoch für erwägenswert: Besetzter iranischer Boden wäre ein gewichtiges Pfand in künftigen Verhandlungen. Beim Pickaxe Mountain wiederum liegt das Problem im Granit: Die Tunnel liegen deutlich tiefer als die 2025 bombardierten Anlagen in Natanz und Fordow, und anders als damals in Fordow sind auf Satellitenbildern keine Lüftungsschächte erkennbar, die als Angriffspunkt dienen könnten. Verwundbar bleibt die Baustelle trotzdem: Sie hängt an Strom, Lieferungen und Personal.

Aus Teheran kommen gemischte Signale. Parlamentspräsident Mohammad Baqer Ghalibaf sprach von einem „existenziellen Krieg“, fügte aber hinzu, man begrüße keinen Krieg. Trump behauptete, der Iran habe angerufen und wolle verhandeln, und ließ eine seit 2024 inhaftierte Amerikanerin frei ausreisen. Zwischen Drohkulisse und Diplomatie ist der Grat schmal geworden. Die nächste Entscheidung im Lageraum könnte ihn endgültig verlassen.

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