IDF-Chef meldet Alarmbereitschaft an allen Fronten, US-Flugzeugträger auf dem Weg in den Nahen Osten
Generalstabschef Eyal Zamir hat am Donnerstagmorgen eine Lagebeurteilung zu mehreren Fronten gleichzeitig abgehalten und dabei erhöhte Wachsamkeit der israelischen Armee (IDF) angeordnet. „Vor uns liegen viele Herausforderungen. Wir treiben die operative Vorbereitung an allen Fronten voran, vom Iran über Libanon bis Gaza, und befinden uns angesichts der Volatilität an mehreren Fronten in erhöhter Alarmbereitschaft“, erklärte Zamir.
Mit Blick auf die Spannungen in Judäa und Samaria und die näher rückende Feiertagszeit ordnete er zudem die erhöhte Bereitschaft eines zusätzlichen Divisionsstabs sowie die Vorbereitung weiterer Einheiten und Bataillone zur Verstärkung des Gebiets an.
„Die Armee wird in all ihren Teilstreitkräften während der gesamten Feiertagszeit die volle Einsatzbereitschaft an allen Fronten aufrechterhalten. Es wird keine Herabstufungen und keine Reduzierung der operativen Kräfte geben“, so Zamir weiter.
Der Generalstabschef ging auch auf die Haushaltslage ein: „Leider befinden wir uns dieser Tage zudem in einem Kampf um das Budget. In einer Zeit, in der die Armee und ihr Personal an jeder Front gefordert sind, müssen wir uns mit einer ‚leeren Kasse‘ auseinandersetzen. Eine solche Situation schadet der Einsatzbereitschaft der Armee.“ Man sei mit der Verteidigung der Sicherheit des Staates Israel befasst, das sei die einzige Erwägung. Man werde sich nicht in Themen hineinziehen lassen, die vom Fokus und von der Einsatzbereitschaft ablenken könnten.
US-Flugzeugträger verlegt für mindestens sieben Monate
Parallel dazu verstärken auch die USA ihre militärische Präsenz in der Region. Der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt soll mit seiner rund 5.000 Mann starken Besatzung in den kommenden Wochen für mindestens sieben Monate in den Nahen Osten verlegt werden, vorbereitet wird sogar ein noch längerer Einsatz. Das erklärten hochrangige Vertreter der US-Marine in der Nacht auf Donnerstag.
Der geplante Einsatz erfolgt, während die US-Marine noch die Folgen des langen Einsatzes der USS Abraham Lincoln verarbeitet. Der Träger verbrachte mehr als 250 Tage auf See ohne Hafenanlauf, was Sorgen um die psychische Gesundheit der Besatzung weckte, dazu kamen Berichte über einen über Bord gegangenen Matrosen und Versorgungsengpässe an Bord des rund 100.000 Tonnen schweren Schiffs.
Die Lincoln wurde vergangene Woche durch die USS George Washington abgelöst und soll in den kommenden Tagen einen Hafen in Thailand anlaufen. Die Roosevelt soll die Washington den Angaben zufolge später ersetzen. Auch die USS George H.W. Bush ist derzeit im Nahen Osten im Einsatz.
Der Chef der Marineoperationen, Admiral Daryl Caudle, räumte ein, dass der Krieg mit dem Iran die Marine belaste. Man wolle den Matrosen und ihren Familien künftig mehr Klarheit über die Länge der Einsätze geben, betonte aber, operative Erfordernisse könnten dies erschweren. „Ich würde siebenmonatige Einsätze bevorzugen. Ich bin normalerweise kein großer Freund von Verlängerungen und wehre mich stark dagegen. Aber der Gegner hat auch ein Wort mitzureden“, sagte Caudle.
Trump äußerte sich unterdessen zuversichtlich, die finanzielle Stärke der USA werde das Land einem „sehr großen Sieg“ näherbringen. Zudem sagte er, er glaube nicht, dass der iranische Oberste Führer Mojtaba Khamenei tot sei, der seinem bei Kriegsbeginn getöteten Vater Ali Khamenei im März als Oberster Führer nachgefolgt war und Berichten zufolge selbst im Krieg verwundet wurde.
Iran zwischen Drohung und Verhandlung
Die globalen Ölpreise fielen am Mittwoch den dritten Tag in Folge, nachdem Iran und Oman eine noch unfertige Vereinbarung über eine vorübergehende Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus samt Minenräumung angekündigt hatten, wie bereits berichtet.
Zugleich erklärte ein iranischer Militärkommandeur, Teheran baue seine im Krieg beschädigte Ausrüstung mit neuen, vollständig im eigenen Land entwickelten Systemen wieder aus.
Auch weitere iranische Vertreter äußerten sich am Donnerstagmorgen kämpferisch. Brigadegeneral Iraj Masjedi, stellvertretender Kommandeur der Al-Kuds-Truppe der Revolutionsgarden, erklärte, die Verteidigung Irans sei nicht auf die Landesgrenzen beschränkt. „Die wahre Zuflucht der Islamischen Republik Iran ist ihr Volk“, so Masjedi. Iranische Kämpfer sollten dem Feind entgegentreten, statt zu warten, bis er die Grenzen erreiche, es dürfe keine Kompromisse geben.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, griff die US-Politik gegenüber dem Iran scharf an und bezeichnete sie als „reine Parodie“. Washington versuche über Staaten wie Bahrain, das kaum Wirtschaftsaustausch mit dem Iran unterhalte, die Illusion einer Koalition gegen den Iran zu erzeugen, während zugleich Sport- und Wissenschaftsaustausche gestoppt würden, die es ohnehin seit Jahren kaum noch gebe. Washington sanktioniere damit erneut längst sanktionierte Bereiche und versuche, eine „Koalition“ aus dem Nichts zu konstruieren.
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