Hisbollah weist Waffenruhe zurück: Naim Qassem droht Israel und spricht von „Kapitulation“
Die Hoffnungen auf eine stabile Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon haben einen schweren Rückschlag erlitten. Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem erklärte am Donnerstag, dass seine Organisation die von den USA vermittelten Vereinbarungen ablehnt. Die direkten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon bezeichnete er als „demütigend und beschämend“.
Qassem kritisierte insbesondere die Forderung, dass die Hisbollah das Feuer einstellen und ihre Kämpfer aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses abziehen müsse. Die in Washington vorgestellten Vereinbarungen seien aus seiner Sicht ein Versuch, den Libanon den Interessen Israels und der USA zu unterwerfen. Die angekündigte Waffenruhe sei „fiktiv“ und komme einer „Kapitulation und Niederlage“ gleich.
In seiner Rede machte der Hisbollah-Chef deutlich, dass die Organisation nicht bereit ist, ihre Waffen niederzulegen. Die Forderung nach einer Entwaffnung des „Widerstands“ sei ein Angriff auf die Stabilität des Libanon. Solange israelische Truppen auf libanesischem Gebiet präsent seien und militärische Operationen fortgesetzt würden, werde die Hisbollah ihren Kampf fortsetzen.
Besonders deutlich wurden seine Drohungen gegenüber Israel. „Solange unsere Dörfer nicht sicher sind, angegriffen und zerstört werden, werden auch die israelischen Ortschaften nicht sicher sein“, sagte Qassem. Damit stellte er weitere Angriffe auf Nordisrael indirekt in Aussicht.
Die Aussagen stehen im direkten Widerspruch zu den jüngsten amerikanischen Vermittlungsbemühungen. Nach Gesprächen in Washington hatten die USA, Israel und der Libanon die Umsetzung einer Waffenruhe angekündigt. Vorgesehen sind sogenannte Pilotzonen im Süden des Landes, in denen ausschließlich die libanesische Armee die Kontrolle übernehmen soll. Bewaffnete Gruppen wie die Hisbollah sollen dort keinen Einfluss mehr ausüben.
Für Israel ist dies nur ein erster Schritt. Die Regierung in Jerusalem betont, dass jede weitere Annäherung von einer vollständigen Einstellung der Angriffe und einer nachhaltigen Schwächung der Hisbollah abhängt. Gleichzeitig sollen die politischen und sicherheitspolitischen Gespräche Ende Juni fortgesetzt werden.
Ein zentraler Bestandteil der amerikanischen Initiative ist der Versuch, den Libanon stärker vom Einfluss Irans zu lösen. Genau hier liegt jedoch das größte Hindernis. Qassem machte deutlich, dass die Hisbollah weiterhin eng an Teheran gebunden bleibt und sich als Teil der iranisch geführten „Achse des Widerstands“ versteht.
In Jerusalem überwiegt deshalb die Skepsis. Viele Beobachter bezweifeln, dass die libanesische Regierung oder die Armee überhaupt in der Lage sind, die Hisbollah dauerhaft zu entwaffnen oder aus dem Süden des Landes zu verdrängen.
Die Waffenruhe könnte zwar eine vorübergehende Beruhigung bringen. Ob daraus jedoch eine echte politische Lösung entsteht, ist derzeit völlig offen. Die Gefahr einer erneuten Eskalation an Israels Nordgrenze bleibt hoch.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
Wenn du das schätzt, kannst du unsere Arbeit direkt unterstützen.
Einfach und sicher per via PayPal
Related Posts
Türkischer Forscher: Türkische Armee kann Tel Aviv innerhalb von 72 Stunden einnehmen
Ob er daraufhin einen direkten Angriff auf Israel verüben wird, ist unwahrscheinlich, aber Israel steht…
Gespräche mit dem Iran zum Scheitern verurteilt?
Irans Atomchef Islami: „Wir werden weiterhin Uran anreichern – und dem Westen die Augen ausstechen“…
Netanjahu versichert Eltern von Geiseln: Israel arbeitet an Abkommen zur Freilassung von zehn Geiseln
Geiselforum und Tikva-Forum fordern: Alle Geiseln müssen auf einmal freikommen; Ägyptische Quelle: Hamas bittet um…
Verwirrung um Verhandlungsort – Iran lehnt Uran-Transfer ab
Die jüngsten diplomatischen Bemühungen zwischen den USA und dem Iran stehen auf wackligen Füßen. Zwar…
