Ein Leben zwischen den Welten: Krieg, Frieden und der Glaube, der uns trägt
von Alexandra
Es gibt Momente, da fühlt sich der Himmel hier in Nord-Israel besonders weit und klar an. Die Berge, die uns umgeben, sehen friedlich aus, der Wind weht sanft, und die Kinder spielen wie immer im Garten.
Aber dann ist da diese unterschwellige Anspannung, die nie ganz verschwindet – die ständige Frage, die immer irgendwo im Hintergrund schwebt: Wird der Krieg wieder ausbrechen?
Zwischen Frieden und ständiger Bedrohung
Gerade jetzt, in einer Waffenstillstandszeit mit dem Iran, ist es schwer, zu atmen. Wir leben zwischen zwei Welten: einer Welt des Friedens, in der die Kinder wieder in die Schule gehen und das Leben irgendwie weitergeht, und einer Welt des Krieges, die jederzeit wieder die Tür eintreten könnte. Keiner von uns weiß, wie lange dieser fragile Frieden halten wird.
Wir leben zwischen zwei Welten: einer Welt des Friedens, in der die Kinder wieder in die Schule gehen und das Leben irgendwie weitergeht, und einer Welt des Krieges, die jederzeit wieder die Tür eintreten könnte.
Ich wache jeden Morgen auf, der erste Blick geht auf die Nachrichten. Die unsichtbare Bedrohung schwebt über uns, und ich frage mich jedes Mal: Was, wenn heute der Tag ist, an dem alles anders wird? Was, wenn der Waffenstillstand nur eine kurze Atempause ist?
Die Kinder gehen zur Schule, sie haben ihre Freunde, sie lachen, sie lernen. Aber ich kann ihnen die Sorgen, die mir nachts durch den Kopf gehen, nicht ganz nehmen. „Was passiert, wenn der Krieg wiederkommt?“ Ihre Augen fragen mehr, als ihre Worte es sagen können. Und ich lüge nicht – ich sage ihnen, dass wir alles tun werden, um sie zu schützen, dass wir ein gutes Leben haben, hier und jetzt, und dass wir glauben, dass dieser Moment der Ungewissheit nicht ewig dauert. Aber in meinem Inneren weiß ich nicht, was die Zukunft wirklich bringt.
Der Zweifel bleibt – wie könnte er nicht bleiben?
Ich frage mich oft, wie wir in einer solchen Unsicherheit Pläne für die Zukunft schmieden können. Wie stellt man sich eine langfristige Perspektive vor, wenn die einzige Konstante die Ungewissheit ist? Es ist fast, als würden wir ständig zwischen zwei Szenarien leben: dem Plan für ein normales Leben und der ständigen Frage, wie der nächste Tag aussehen wird.
Und doch, irgendwie, finde ich auch Trost darin. Denn was wir heute haben, ist wirklich. Diese Momente mit meinen Kindern, die Gespräche mit meinem Mann, das Lachen, das wir teilen, wenn wir gemeinsam zu Abend essen – das ist mein Frieden. Hier und jetzt. Trotz allem.
Der Glaube als Halt
Der Glaube hilft uns dabei. Jeden Morgen, wenn ich meine Kinder auf den Weg schicke, spreche ich ein stilles Gebet. Und ja, es gibt Zweifel, auch bei mir – wie könnte man in so einer Situation keine Zweifel haben? Aber mein Glaube gibt mir Stärke, gerade in dieser Ungewissheit.
Ich danke Gott für die Sicherheit des Augenblicks und bitte ihn, uns in der kommenden Zeit zu führen.
Ich erinnere mich an das biblische Versprechen: „Denn ich weiß, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch Zukunft und Hoffnung zu geben.“ (Jeremia 29,11) Diese Worte sind mein Halt. Sie erinnern mich daran, dass, selbst wenn die Welt um uns herum chaotisch ist, Gott einen Plan für uns hat – einen Plan, der nicht von Krieg und Angst bestimmt wird.
Wir wissen nie, was morgen wird. Aber dieser Glaube, diese Hoffnung, die uns durch unseren Alltag trägt, hilft uns, weiterzumachen. Wir gehen auf das nächste Ereignis zu, auf den nächsten Tag – nicht mit der Angst, sondern mit der Überzeugung, dass Gott uns auch durch diese Zeit führen wird. Es ist der Glaube, der uns am Leben hält, der uns in dieser Zeit des Übergangs zwischen Krieg und Frieden stark macht.
Frieden im Hier und Jetzt
Und trotzdem, manchmal erwische ich mich dabei, wie ich in den Nachthimmel schaue und frage: „Wie lange noch?“ Die Antwort bleibt mir verborgen. Aber in diesen stillen Momenten finde ich auch Frieden. Frieden in der Gegenwart, in der Liebe, die wir teilen, in der Hoffnung, die wir immer noch hegen.
Das ist der wahre Frieden – nicht der, der von außen kommt, sondern der, den wir im Herzen erleben: der Friede, den Gott schenkt und den wir bewahren wollen, egal, was die Zukunft bringt.
Leben zwischen den Fronten ist nicht einfach. Aber es ist auch nicht unmöglich. Mit Glaube, mit Liebe, mit Hoffnung gehen wir weiter. Tag für Tag. In dem Wissen, dass wir gemeinsam stärker sind, dass unsere Familie, unser Land und unser Glaube uns durch die Dunkelheit führen – in eine Zukunft, die wir nicht immer verstehen können, aber in die wir vertrauen.
Und das ist genug, um jeden neuen Tag zu begrüßen, mit einem Lächeln, einem Gebet und der Hoffnung auf den Frieden, der irgendwann kommen wird.
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