Trotz fehlender Beziehungen — Israel bereitet Hilfe für Venezuela vor
Israel bereitet nach den schweren Erdbeben in Venezuela humanitäre Hilfe vor. Das Außenministerium teilte mit, man prüfe gemeinsam mit den zuständigen Stellen Wege, um das südamerikanische Land zu unterstützen. Nach bisherigem Stand sind keine Israelis unter den Verletzten oder Vermissten.
Die Hilfe wäre politisch bemerkenswert, denn Venezuela unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Caracas hatte sie während der Operation „Gegossenes Blei“ im Gazastreifen 2008/2009 abgebrochen. In den Jahren danach gehörte Venezuela zu den schärfsten Kritikern Israels in Lateinamerika. Nun signalisiert Jerusalem dennoch Bereitschaft zur Unterstützung.
Mehrere israelische Hilfsorganisationen haben eigene Schritte eingeleitet. NATAN Worldwide Disaster Relief kündigte an, ein Notfallteam nach Venezuela zu entsenden, mit medizinischen Fachkräften und Sozialarbeitern, die mobile Kliniken einrichten und Betroffene versorgen sollen. Auch IsraAid bereite
t nach eigenen Angaben ein Team mit Experten für Katastrophenhilfe vor. Geplant sind psychologische Ersthilfe, Unterstützung bei Wasser- und Hygienefragen sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.
Die Rettungsorganisation ZAKA erklärte, ihre Teams in den USA, Mexiko und Israel stünden bereit, um bei der Suche nach Verschütteten zu helfen. Hinweise auf Opfer innerhalb der kleinen jüdischen Gemeinde Venezuelas gebe es nicht. Auch das Joint Distribution Committee arbeitet mit der jüdischen Gemeinschaft vor Ort zusammen, um Lebensmittel, Wasser, Medikamente und Notunterkünfte bereitzustellen.
Die Lage in Venezuela bleibt angespannt. Zwei starke Erdbeben erschütterten das Land am Mittwochabend. Besonders betroffen sind Caracas und die Küstenregion La Guaira. Behörden meldeten Hunderte Tote und Tausende Verletzte, viele Menschen werden vermisst. Der internationale Flughafen bei Caracas wurde beschädigt, was die Ankunft internationaler Helfer erschwert.
Israel hat in der Vergangenheit immer wieder Katastrophenhilfe geleistet, etwa nach Erdbeben in der Türkei, in Nepal oder Haiti. Auch diesmal steht die humanitäre Dimension im Vordergrund. Trotz fehlender diplomatischer Beziehungen könnte israelische Hilfe nun Menschen erreichen, die dringend medizinische Versorgung, Rettungsteams und Notunterstützung brauchen.
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