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26 Jun 2026

Streit im Kabinett über Waffenruhe im Libanon — IDF-Chef weist Kritik zurück

In Israel wächst der politische Streit über die Regeln der Waffenruhe im Libanon. Bei einer Kabinettssitzung am Donnerstagabend kam es nach Medienberichten zu einer angespannten Diskussion zwischen Ministern und Generalstabschef Eyal Zamir. Mehrere Minister warfen der Armeeführung vor, Soldaten an der Nordgrenze durch zu enge Vorgaben zu beschränken.

Zamir reagierte deutlich. Nach Angaben aus der Sitzung sagte er den Ministern sinngemäß: „Ihr wolltet eine Waffenruhe.“ Ministerpräsident Benjamin Netanyahu versuchte, die Kritik zu entschärfen. Soldaten dürften auf jede unmittelbare Bedrohung reagieren, erklärte er. „Wir beschränken keinen Soldaten“, sagte Netanyahu.

Besonders scharf äußerte sich der Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. Er fragte, warum die Hisbollah nicht angegriffen werde, wenn sie sich wieder bewaffne. Auch Ministerin Orit Strock sagte, Soldaten im Norden kritisierten die Einschränkungen und fühlten sich wie auf einem Schießstand.

Verteidigungsminister Israel Katz betonte dagegen, die Waffenruhe habe Vor- und Nachteile, aber kein Soldat werde bewusst gefährdet. Jeder könne bei unmittelbarer Gefahr sofort reagieren. Zugleich machte Katz klar, dass Israel nicht aus den Sicherheitszonen im Südlibanon und in Syrien abziehen werde. Die neue Sicherheitsdoktrin laute: Die Armee müsse auf der Seite des Feindes stehen, um die israelischen Gemeinden von dort aus zu schützen.

Auslöser der Debatte war auch ein Vorfall bei Beit Yahoun. Dort näherte sich nach Angaben der IDF ein Terrorist israelischen Kräften und warf eine Granate. Zwei Offiziere und zwei Soldaten wurden verletzt. Die Truppe erwiderte das Feuer und tötete den Angreifer.

Parallel laufen Gespräche über mögliche Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon. US-Außenminister Marco Rubio sagte, beide Seiten näherten sich Verständigungen über Hisbollah-freie Pilotzonen. Dort könnte sich die IDF aus geräumten Abschnitten zurückziehen, während die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt.

Innerhalb der Regierung bleibt genau das umstritten. Hardliner fordern ein härteres Vorgehen gegen die Hisbollah und lehnen jeden Rückzug aus dem Südlibanon ab.

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