Zweite Nacht der Angriffe: USA treffen den Iran, Teheran droht mit Hormus-Blockade
Die direkte Konfrontation zwischen den USA und dem Iran hat sich in der Nacht weiter verschärft. Zum zweiten Mal in Folge kam es zu Angriffen zwischen dem amerikanischen Militär und den iranischen Revolutionsgarden. Das US-Zentralkommando erklärte gegen 04:00 Uhr, eine neue Angriffswelle gegen militärische Ziele im Iran sei abgeschlossen worden.
Nach amerikanischen Angaben richteten sich die Schläge vor allem gegen Luftabwehrsysteme, Radaranlagen sowie Kommando- und Kontrolleinheiten für Drohnen. Präsident Donald Trump sagte gegenüber Fox News, die USA hätten mindestens 49 Tomahawk-Raketen gegen Ziele im Iran eingesetzt, vor allem im Süden des Landes.
Die Angriffe seien bis auf etwa 60 Kilometer an Teheran herangerückt. Israel sei an dieser Angriffswelle nicht beteiligt gewesen.Dem Angriff war eine Krisensitzung im Situation Room des Weißen Hauses vorausgegangen. Trump beriet dort mit Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, CIA-Chef John Ratcliffe, Generalstabschef Dan Caine, Sondergesandtem Steve Witkoff und weiteren hochrangigen Vertretern. In Washington wächst offenbar die Frustration darüber, dass Teheran seit Wochen keine klare Antwort auf das amerikanische Angebot für ein Abkommen gibt.
Während der Angriffe verschärfte Trump den Ton weiter. Er drohte, die USA würden den Iran auch am nächsten Tag schwer treffen, sollte Teheran dem Deal nicht zustimmen. Zugleich ließ Washington nach Berichten des Wall Street Journal über Katar ausrichten, die Angriffe seien eine Reaktion auf den Abschuss des amerikanischen Apache-Hubschraubers und kein Beginn eines umfassenden Krieges.
Der Iran reagierte mit massiven Drohungen. Die iranische Militärführung erklärte, die Straße von Hormus sei wegen der Unsicherheit in der Region für alle Arten von Schiffen geschlossen, darunter Öltanker und Handelsschiffe. Jedes Schiff, das dennoch versuche, die Meerenge zu passieren, werde angegriffen. Die USA erklärten dagegen, der Schiffsverkehr durch Hormus sei weiterhin für Handelsschiffe offen.
Nach der amerikanischen Angriffswelle meldeten die Revolutionsgarden Angriffe auf amerikanische Ziele in Kuwait und Bahrain. Sie behaupteten, 18 wichtige Ziele auf den Stützpunkten Ali al-Salem und Ahmad al-Jaber in Kuwait sowie auf der Luftwaffenbasis Scheich Isa in Bahrain getroffen zu haben. In mehreren Golfstaaten wurden Luftalarme und Abwehrmaßnahmen gemeldet.
Parallel dazu sind die diplomatischen Bemühungen offenbar festgefahren.
Eine katarische Delegation, die in Teheran vermitteln sollte, kehrte laut New York Times ohne Fortschritt zurück. Trump wartet demnach seit rund zwei Wochen auf eine iranische Antwort auf ein Angebot, das auch amerikanische Zugeständnisse enthält.
Damit bleibt die Lage hochgefährlich. Die USA erhöhen den militärischen Druck, der Iran droht mit der Straße von Hormus als Hebel, und die Verhandlungen stehen offenbar kurz vor dem Scheitern.
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