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Beaufort erobert – doch die entscheidende Frage bleibt offen

Die Einnahme des strategisch wichtigen Beaufort-Rückens im Südlibanon gilt in Israel als militärischer Erfolg. Aus Sicht der Armee verbessert die Kontrolle über das Gebiet die Überwachung großer Teile Südlibanons und erschwert es der Hisbollah, Bedrohungen unmittelbar an die Grenze heranzutragen.

Hinter dem taktischen Erfolg steht jedoch eine größere Frage: Ändert sich dadurch tatsächlich etwas Grundlegendes?

Israels erklärtes Ziel ist es, die unmittelbaren Gefahren für die Bewohner Nordisraels zu reduzieren: Angriffspläne der Hisbollah, Panzerabwehrraketen, Raketenbeschuss und zunehmend auch Drohnenangriffe. Einige dieser Bedrohungen wurden nach Einschätzung der Armee bereits deutlich eingeschränkt, andere bestehen weiter.

Die Kontrolle über den Beaufort ist wichtig, weil von dort die Region um Nabatiyeh beobachtet werden kann, seit Jahren eines der wichtigsten Zentren der Hisbollah. Andere Machtzentren der Organisation, insbesondere in Beirut und Baalbek, bleiben jedoch weitgehend unberührt. Eine israelische Bodenoffensive gegen Nabatiyeh steht derzeit offenbar nicht zur Debatte.

Militärvertreter betonen deshalb, dass der Vorstoß allein die strategische Lage nicht grundlegend verändern wird. Die Armee nutzt die gewonnenen Positionen vor allem als Druckmittel für mögliche Verhandlungen. Ziel sei es, die Libanon-Front von den laufenden Gesprächen mit dem Iran zu entkoppeln und langfristig eine Entwaffnung der Hisbollah zu erreichen, zumindest im Südlibanon.

Ob das gelingt, ist offen. Ein hochrangiger Militärvertreter räumte ein, Israels Möglichkeiten, die Verknüpfung zwischen der Iran- und der Libanon-Frage zu beeinflussen, seien begrenzt. Gleichzeitig drängt die Hisbollah nach israelischen Angaben auf eine Waffenruhe und versucht, dieses Thema über die iranisch-amerikanischen Gespräche einzubringen.

Hinzu kommt eine weitere Unsicherheit: Sollte es zu einer Vereinbarung zwischen Washington und Teheran kommen, könnte sich die Frage stellen, ob Israel die eroberten Gebiete wieder räumen muss. Für viele Militärs wäre das problematisch. „Wenn wir von hier abziehen, kehrt die Bedrohung wieder an die Grenze zurück“, zitierte Ynet einen ranghohen Offizier. „Das ist einfache Mathematik.“

Damit bleibt der Beaufort vorerst ein militärischer Erfolg mit begrenzter strategischer Wirkung. Ob daraus ein nachhaltiger Sicherheitsgewinn entsteht, entscheidet sich nicht auf dem Schlachtfeld, sondern an den Verhandlungstischen in Washington, Beirut und Teheran.

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