Neue US-Angriffswelle am Morgen, Teheran droht mit Ausweitung
Die USA haben am Mittwochmorgen die nächste Angriffswelle gegen den Iran begonnen. Um 6 Uhr Ostküstenzeit starteten die Streitkräfte des Zentralkommandos ihre Operation, erklärte CENTCOM, mit dem Ziel, die militärischen Fähigkeiten weiter zu zerschlagen, mit denen der Iran Handelsschiffe in der Straße von Hormus angreift. Es ist die Fortsetzung eines Musters, das Trump am Vorabend selbst als Fahrplan ausgab: heute Nacht hart zuschlagen, morgen Nacht, die Nacht darauf, und „nächste Woche kommen die Kraftwerke, nächste Woche kommen die Brücken“.
Teherans Gegendrohung: Die ganze Region im Visier
Alarmierend für die Golfstaaten ist die iranische Antwort auf der Drohungsebene. Teheran erklärte alle arabischen Staaten, die US-Militäreinrichtungen beherbergen, zu legitimen Zielen. Das gemeinsame Einsatzkommando der Streitkräfte formulierte es unmissverständlich: Jeder „Ausgangspunkt von Unterstützung“ für das US-Militär gelte als legitimes Ziel. Noch eine Stufe schärfer ist die Drohung gegen die Energieanlagen der Nachbarn: Iranische Stimmen drohen offen mit Angriffen auf die Förderanlagen der Golfstaaten, das Szenario, das die Weltwirtschaft am meisten fürchtet. Die Logik dahinter: Wenn Irans Häfen blockiert sind und seine Küste brennt, sollen auch die Anlagen der amerikanischen Partner nicht sicher sein. Außenamtssprecher Esmail Baghaei lieferte die rhetorische Verpackung: Der Iran „greife nicht an“, seine Schläge seien legitime Selbstverteidigung.
Parlamentspräsident Mohammad Baqer Ghalibaf, zugleich Chefunterhändler, bekräftigte die Kernposition: Die Straße von Hormus öffne sich nur unter „iranischen Arrangements“, nicht durch amerikanische Drohungen. „Wenn ihr zuschlagt, werdet ihr getroffen.“
Analysten warnen: Das kann Jahre dauern
Jenseits der täglichen Schlagabtausche mehren sich die Stimmen, die vor einem langen Abnutzungskrieg warnen. Der St. Gallener Politikwissenschaftler Andreas Böhm sieht Trump in einem selbstgeschaffenen Dilemma: Der Präsident finde keinen gesichtswahrenden Ausweg, während der Iran seine Gewinne maximieren wolle und sich dabei zu verheben drohe. Das Ergebnis könnte ausgerechnet einer jener „ewigen Kriege“ werden, deren Ende Trump versprochen hatte. Öffnen lasse sich die Meerenge mit Gewalt nur durch eine Operation, die Trump der amerikanischen Öffentlichkeit nicht verkaufen könne. Und greife er Irans Infrastruktur breit an, treffe die Vergeltung die Energieanlagen am Golf. IESE-Professor Mike Rosenberg urteilt nüchtern: Das Memorandum von Mitte Juni sei von Anfang an unrealistisch gewesen; solange beide Seiten ein Abkommen suchten, das ihnen den Sieg erlaube, sei kein gutes Ende in Sicht.
Die Märkte preisen die Unsicherheit ein: Brent notiert über 85 Dollar, Reeder kalkulieren jede Passage neu. Der Sicherheitschef des Schifffahrtsverbands BIMCO brachte die Lage auf den Punkt: Die ständigen Richtungswechsel erzeugten vor allem eines, mehr Unsicherheit, mehr Risiko, höhere Preise. Es ist die Woche, in der sich entscheidet, ob am Golf verhandelt oder verbrannt wird.
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