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28 Apr 2026
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Alltag Krise? Hineingewachsen! Mut zu neuen Eigenschaften

Titelbild benjamin funk
Familie Funk bei einer Sportveranstaltung

von Benjamin

Es geht schon fast auf drei Jahre Krieg zu, in denen wir eine intensive Krise erleben und in einer Krise und im Krieg leben. Ich liebe Ausgewogenheit, Harmonie, und ich mag es einfach, wenn Dinge glatt oder, wie man sagen würde, „smooth“ laufen.

Wir alle haben eine Seite, zu der wir uns gerne hinziehen lassen. Sie liegt uns. Wir brauchen dazu nicht viel Übung, automatisch tendieren wir dorthin. Wir hegen und pflegen sie, unbewusst. Es fällt uns nicht schwer, und das ist nicht negativ, sondern durchaus positiv.

Im Gegensatz dazu fallen uns dann, wie in meinem Fall, solche Krisen, steinige Pfade, Disharmonie und Krise gar nicht so leicht. Wir wollen Schwieriges vermeiden, ganz natürlich. Ich schaue sehr gerne Komödien, bei denen ich herzlich lachen muss. Viel lieber schreibe ich eine Geschichte mit Humor, als immer wieder über Krieg, Terror und traurige Nachrichten zu berichten, auch wenn es meine Arbeit ist.

Wanderung mit Kindern in Israel
Ehe und Familie: Abenteuer und Verantwortung. Wanderung: Hörner von Hattin in Israel

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Gott ist kein Upgrade

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse in meinem Glauben war, dass Gott nicht nur eine Stütze für die Widrigkeiten des Lebens ist. Er ist auch kein Upgrade fürs Leben, kein Leben plus Upgrade Gott. Nein, er ist die alles verändernde Größe, die das ganze Leben durchdringen will, die alles verändernde Kraft. Kein Leben plus, keine Stütze in der Not, keine Verschönerung, sondern das alles Verändernde.

In der Tiefe habe ich begriffen, worum es geht: Was ist der Wille Gottes für unser Leben? Dass wir ihm ähnlicher werden, eine Veränderung in den Charakter seines Sohnes. Als ich das damals verstand, veränderte sich mein ganzes Denken.

Die unbequeme Wahrheit über Übungsfelder

Ich habe in der Konfrontation mit Unangenehmem manchmal gedacht, Gott meint es nicht gut. Und dann verstand ich: Ja, er meint es gut, denn das, was mich fordert, was vielleicht sogar schwer ist, stellt einen wichtigen Weg mit Gott dar. Denn die guten Seiten, tja, mit denen geht es klar. Die anderen sind Übungsfelder, und zwar gute.

Denn daraus entstehen Momente, in denen wir über uns hinauswachsen, in denen wir Glück und Dankbarkeit empfinden. Wenn eine Schlacht geschlagen wurde, wenn wir verstehen: Wow, wir haben etwas gänzlich anders gemacht als sonst. Oder sogar etwas Großartiges geleistet, von dem wir nicht dachten, dass wir es könnten. Oder manchmal auch die ruhige und besonnene Erkenntnis: Das war anders. Das war gut.

Was zweieinhalb Jahre Krieg mit einem machen

Und so erinnere ich mich an die Zeiten in diesen schweren zweieinhalb Jahren, in denen ich standhaft blieb, obwohl mir anders zumute war. In denen ich Hoffnung lebte, obwohl die Situation im Krieg alles andere als gut aussah. Aber auch an Zeiten, in denen ich Entscheidungen traf, die unangenehm, aber notwendig waren.

In diesen Momenten wuchs ich. Es sind diese Dinge, die mich wachsen lassen.

Dabei bin ich kein Einzelkämpfer. Es macht Sinn, einen Mentor zu haben, so wie ich ihn habe, und Freunde, und natürlich auch den eigenen Partner oder die eigene Partnerin. Aber wir müssen verstehen: Letztlich entscheiden wir und tragen die Konsequenzen.

Meine Bereitschaft Gott gegenüber, mich formen zu lassen, zu verstehen, dass das, was er mit mir macht, womit er mich konfrontiert, zum Guten führen wird, auch wenn es sich manchmal absolut nicht danach anfühlt. Im Rückblick dann, wenn ich ernsthaft reflektiere, wenn ich mich ernsthaft mit mir und dem Erlebten auseinandersetze, erlebe ich, was in mir gewachsen ist.

Aus Puzzleteilen wird ein Bild

Aus Puzzleteilen entsteht ein Bild. Die Reihe von Erlebnissen, Erkenntnissen, die tiefe Prägung, aber auch Austausch, wichtige Predigten, Worte von Freunden und Wegbegleitern, aber auch das Leben in der Beziehung mit meiner Frau und unseren Kindern. Daraus entstanden Punkte, auf denen vieles von mir baut. Sie sind in schwierigen Krisen ein wichtiges Grundgerüst meiner Persönlichkeit geworden. Nicht nur Routinen, sondern auch Charakterzüge sind ein Gewinn.

Einige Punkte für ein starkes Leben

Verantwortung tragen – nicht reden, tragen

Es gibt einen Unterschied zwischen dem, der über Verantwortung redet, und dem, der sie trägt. Verantwortung ist kein Gefühl. Es ist eine Entscheidung, die man täglich neu trifft. Für die Familie, für das, was einem anvertraut ist. Auch wenn man müde ist. Auch wenn keiner klatscht.

Geistlich verwurzelt – nicht perfekt, sondern ausgerichtet

Ich bin kein fehlerloser Gläubiger. Geistlich verwurzelt zu sein bedeutet nicht, fromme Antworten auf alle Fragen zu haben. Es bedeutet: beten, suchen, ringen. Und zuzugeben, dass ich Führung brauche, die größer ist als ich. Gott ist mein Vater. In ihm bekomme ich die Kraft, wenn ich an meine eigenen Grenzen stoße, und die stoße ich regelmäßig.

Integrität – das eigene Wort ernst nehmen

Ein Ja, das wirklich ein Ja bleibt. Ein Versprechen, das man hält, auch wenn man den Abend lieber anders verbringen würde. Integrität zeigt sich nicht in großen Momenten. Sie zeigt sich im Kleinen, täglich. Und wer sie lebt, muss sich weniger erinnern.

Vergeben – nicht weil es leicht ist

Bitterkeit macht nicht den anderen kaputt. Sie macht mich kaputt. Sie frisst sich rein, still und konsequent. Vergeben ist kein Freifahrtschein für den anderen. Es ist Freiheit für mich selbst. Und ich lebe selbst von Vergebung, das vergesse ich zu leicht.

Demut – kein Zeichen von Schwäche

Ich habe Männer erlebt, die immer lauter wurden, je unsicherer sie waren. Und ich habe Männer erlebt, die wenig redeten und viel hielten. Die nicht das letzte Wort brauchten. Demut ist kein Einknicken. Es ist Klarheit darüber, wer man ist, und wer man nicht ist.

Dienen – auch wenn es dich etwas kostet

Es gibt Momente, in denen helfen leichtfällt. Und dann gibt es die anderen Momente, wenn ich selbst erschöpft bin, wenn ich selbst wenig habe. Genau da entscheidet sich, ob Dienen eine Haltung ist oder nur ein schöner Satz.

Standhaft bleiben – Schritt für Schritt

Standhaftigkeit zeigt sich nicht nur in Extremsituationen. Sie zeigt sich in den langen, grauen Phasen. Wenn keine Raketen fliegen, aber auch keine Begeisterung da ist. Wenn die Ehe gerade schwierig ist, die Arbeit zermürbt, der Glaube sich trocken anfühlt. Nicht innerlich aussteigen. Bleiben. Glauben. Weitergehen. Schritt für Schritt.

Das sind keine perfekten Punkte. Ich lebe sie nicht immer. Sie sind Ergebnis eines spannenden Weges und Auftrag zugleich.

Was uns ausmachen kann? Nicht die großen Worte. Nicht die Momente, die gut aussehen. Sondern das, was bleibt, wenn der Druck kommt und keiner zuschaut.

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