Zwischen Erfolg und offener Gefahr: Wie der Krieg Israels Position verändert hat
Sechs Wochen nach Beginn der direkten Konfrontation mit dem Iran zeigt sich ein komplexes Bild. Von einem klaren Sieg kann keine Rede sein, aber ebenso wenig von einem Scheitern. Israel hat zentrale Ziele nicht vollständig erreicht, etwa die vollständige Beseitigung des iranischen Atompotenzials. Dennoch hat sich die strategische Lage deutlich verschoben.
Iran ist militärisch geschwächt, Teile seiner Infrastruktur zerstört und seine regionalen Netzwerke unter Druck. Gleichzeitig wurden zentrale Bedrohungen reduziert, die Israel seit Jahren umgeben hatten. Hamas, Hisbollah und andere Verbündete Teherans sind angeschlagen, wenn auch keineswegs besiegt.
Besonders deutlich wird die neue Realität im Libanon. Während diplomatische Gespräche vorbereitet werden, setzt Israel seine Angriffe auf die Hisbollah fort. Eine Waffenruhe gilt dort ausdrücklich nicht. Gleichzeitig steht Teheran vor einem Dilemma: Eskaliert es weiter, riskiert es eine erneute massive Reaktion der USA und Israels. Hält es sich zurück, lässt es die Hisbollah faktisch im Stich.
Genau darin sehen israelische Entscheidungsträger einen strategischen Vorteil. Beide Optionen spielen Israel in die Hände. Entweder wird der Druck auf die Hisbollah erhöht oder der Iran verliert an Einfluss.
Der Krieg hat damit eine neue Phase erreicht. Nicht alles ist gelöst, aber die Ausgangslage ist eine andere. Israel agiert offensiver und präventiver, während seine Gegner geschwächt und unter Zugzwang stehen.
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