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10 Aug 2026

Zwei Forderungslisten, kein Abkommen: Und die Atomfrage steht auf keiner von beiden

Die Kontakte zwischen Teheran und Washington sowie die Gespräche zwischen Oman und dem Iran entwickeln sich vorerst weder zu einem Abkommen noch zu einer Absichtserklärung. Das berichtet Israel Hayom unter Berufung auf drei an den Verhandlungen beteiligte diplomatische Quellen.

Washington liegen die Grundzüge eines Entwurfs zwischen Oman und dem Iran vor, ebenso die Bedingungen, die Teheran im Gegenzug für ein Ende seiner Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus verlangt. Nach Angaben der Quellen erfüllt dieser Entwurf die Kernforderung der USA und der Golfstaaten nicht: die vollständig unbeschränkte Durchfahrt. Die diskutierten Einschränkungen widersprechen zudem dem Völkerrecht.

Zwei Kanäle, zwei Preise

Ein Befund legt die iranische Verhandlungsführung offen. Was Teheran über Vermittler schriftlich übermitteln lässt, unterscheidet sich von dem, was es im direkten Gespräch zwischen Außenminister Abbas Araghchi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff vorträgt.

Die schriftlich übermittelte Fassung ist härter und treibt den Preis nach oben. Sie umfasst die Freigabe eines erheblichen Teils der eingefrorenen iranischen Gelder bereits in den Anfangsphasen, den Abzug der US-Marine sowie Garantien, abgesichert durch internationale Beschlüsse, dass die Kämpfe nicht wieder aufgenommen werden.

Im direkten Kontakt dagegen beharrt die politische Führung auf den Bedingungen des früheren Memorandums: Die Freigabe der Gelder beginnt parallel zur vollständigen Öffnung der Meerenge, gefolgt von 60 Tagen Verhandlungen, bei denen alle Themen auf dem Tisch liegen.

Angesichts dieser Widersprüche halten die drei Quellen ein Abkommen in naher Zukunft für unwahrscheinlich.

Was auf keiner Liste steht

Am meisten sagt eine Leerstelle. In der schriftlich übermittelten Position findet sich kein Verweis auf die Nuklearfrage, ebenso wenig auf andere Themen, die die USA aufgeworfen haben.

Für Israel ist das der Kern der Sache. Während über Fahrrinnen, Gebühren und eingefrorene Konten verhandelt wird, taucht jenes Thema, um dessentwillen dieser Krieg begann, in Teherans schriftlicher Verhandlungsposition schlicht nicht auf.

Immerhin eine Bewegung gibt es: Vizepräsident JD Vance, der die Verhandlungen beaufsichtigt, bestätigte, dass der Iran seine ursprüngliche Forderung nach Transitgebühren fallengelassen hat, zumindest für die Dauer der Gespräche.

Der Plan, die Meerenge überflüssig zu machen

Aufhorchen lässt eine zweite Bestätigung, diesmal von Finanzminister Scott Bessent. Es laufen Gespräche über den Bau von Pipelines, die Öl und Gas vom Golf ans Mittelmeer bringen sollen, unter Umgehung der Straße von Hormus.

Seine Begründung ist eine strategische Ansage: „Die Meerenge wird nie wieder so werden, wie sie war, weil die Iraner sie als Nadelöhr benutzt haben oder zu benutzen versuchten.“ Und weiter: „Was wir in den nächsten zwei Jahren sehen werden, ist, dass die Meerenge irrelevant wird. Sie wird einfach ein weiteres Gewässer sein. Mehr als 50 oder 70 Prozent der Energie, die heute durch die Meerenge fließt, wird künftig durch unterirdische Pipelines gehen.“

Israel Hayom hatte zuvor berichtet, dass Israel mit mehreren Golfstaaten über solche Leitungen verhandelt, die vom Golf durch Israel ans Mittelmeer führen würden. Andere geprüfte Trassen umgehen Israel, eine davon verläuft nördlich durch den Irak Richtung Syrien; Bagdad meldete Vereinbarungen mit amerikanischen Unternehmen, darunter Chevron.

Ein historischer Nachklang gehört dazu: Vor der Staatsgründung 1948 führte eine Ölpipeline vom Irak nach Haifa. Sie war 14 Jahre in Betrieb, dann wurde der Durchfluss nach der Entstehung Israels eingestellt.

Die Frage, die in Teheran gestellt wird

Im Iran selbst wächst der Unmut. Häufige Stromausfälle, Rationierung von Treibstoff, Störungen der Wasserversorgung. Auch in Regierungskreisen mehrt sich Kritik. Berichte verschiedener Ministerien warnen, bei anhaltender Lage könne der Großteil der staatlichen Tätigkeit bald zum Erliegen kommen.

Besonders unbequem ist eine Frage, die eine dem Reformlager nahestehende iranische Zeitung stellte: Wohin ist das Geld aus den Ölverkäufen geflossen, in jener Zeit, als die Meerenge nach dem Memorandum offen war? Schätzungen zufolge verkaufte der Iran Öl im Wert von rund 20 Milliarden Dollar. Bei den Ministerien und in der Staatskasse kam davon fast nichts an.

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