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01 Aug 2026

Teherans Antwort: Getroffene Tanker und eine Zielliste mit Leviathan darauf

Während in Washington über eine Angriffswelle gegen Irans Energieanlagen beraten wird, hat Teheran seine Antwort bereits skizziert, und sie fällt unmissverständlich aus. Über die den Revolutionsgarden nahestehende Agentur Tasnim erklärte eine „hochrangige Sicherheitsquelle“, die Berichte in amerikanischen Medien seien „blanker Wahnsinn“. Der Iran habe einen groß angelegten Antwortplan vorbereitet: Angriffe auf lebenswichtige Infrastruktur in Israel sowie auf amerikanische Energieanlagen in der Region.

Die Zielliste, und was darauf steht

Konkreter wurde die Nachrichtenagentur Fars. Sie veröffentlichte eine Aufstellung jener „wichtigsten Energiestandorte der Welt, die in Reichweite iranischer Raketen liegen“. Genannt werden Anlagen in Saudi-Arabien, den Emiraten, Katar, Kuwait und Bahrain. Und ausdrücklich zwei israelische Namen: die Gasfelder Tamar und Leviathan.

Das ist mehr als Symbolik. Leviathan liefert einen erheblichen Teil des israelischen Stroms und ist zugleich Grundlage der Gasexporte nach Ägypten und Jordanien. Ein Treffer dort träfe also nicht nur Israel, sondern auch zwei Nachbarstaaten, die an dieser Versorgung hängen.

Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad-Baqer Zolqader, ergänzte die maritime Dimension: Die Fortsetzung der Seeblockade und die Eskalation unter amerikanischer Führung würden die Abriegelung der Straße von Hormus weiter verschärfen. „Darüber hinaus werden auch andere strategische Meerengen abgeriegelt werden.“

Nicht ein Schiff, sondern mehrere

Wie ernst es Teheran mit der Meerenge meint, zeigen die vergangenen 48 Stunden. Die Revolutionsgarden erklärten am Freitag, ihre Kräfte hätten in den frühen Morgenstunden zwei Öltanker getroffen, die den Weg durch die Meerenge auf einer von Iran nicht genehmigten Route nehmen wollten. Beide Schiffe seien vom US-Zentralkommando dazu ermutigt worden und hätten unter amerikanischem Luftschutz gestanden. Vier weitere Tanker, ebenfalls auf „nicht autorisierter Route“, hätten daraufhin rasch den Kurs geändert. Diese Darstellung stammt allein von den Revolutionsgarden, CENTCOM äußerte sich dazu nicht.

Am Samstag folgte der nächste Vorfall. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO meldete einen Tanker, der rund elf Seemeilen nordöstlich von Lima an der omanischen Musandam-Halbinsel von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen wurde. Der Maschinenraum wurde beschädigt, das Schiff war manövrierunfähig. Verletzte und Umweltschäden gab es nach Angaben der Behörde nicht. Die Ermittlungen laufen, Schiffen in der Region wird zu erhöhter Vorsicht geraten.

Damit ist die Bilanz dieses Wochenendes eindeutig: In der Meerenge wird geschossen, während CENTCOM darauf beharrt, Teheran kontrolliere sie nicht.

Eine Randnotiz aus dem Jemen

Aufmerksamkeit verdient eine Meldung, die in die andere Richtung weist. Die von den Houthis betriebene maritime Koordinierungsstelle im Jemen dementierte Berichte, wonach sie Gebühren für Schiffe erheben wolle, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren. Die Durchfahrt bleibe kostenlos, hieß es. Die Miliz hatte in den vergangenen Tagen saudische Tanker im Roten Meer angegriffen und eine Seeblockade gegen das Königreich verkündet.

Zwischen der amerikanischen Planung und der iranischen Ankündigung liegt damit nur noch eine Entscheidung. Und beide Seiten haben inzwischen öffentlich gemacht, wohin sie zielen würden.

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