„Das wird bald vorbei sein“: Trump kündigt Ende des Iran-Kriegs an, während die Lage in Hormus eskaliert

US-Präsident Donald Trump erwartet ein baldiges Ende des Kriegs mit dem Iran. Doch während er am Freitag von einer bevorstehenden Lösung spricht, häufen sich in der Straße von Hormus erneut Angriffe auf Tanker. Katar hat unterdessen seine Vermittlung in Teheran wieder aufgenommen, und die USA verstärken ihre militärische Präsenz in der Region. Wenige Tage vor den amerikanischen Zwischenwahlen stehen Diplomatie und militärischer Druck damit unmittelbar nebeneinander.

„Das wird bald vorbei sein“, sagte Trump am Freitag in einem Interview mit dem Radiosender KCMO aus Kansas City. Seine wichtigste Bedingung wiederholte er: Es müsse sichergestellt sein, „dass es niemals eine Atomwaffe gibt“. Wie er den Krieg beenden will, ob durch Verhandlungen, weiteren wirtschaftlichen Druck oder militärische Schläge, ließ er offen.

Sprengsätze am Rumpf eines Tankers

Besonders beunruhigend sind die Entwicklungen in der Straße von Hormus. Die britische Behörde für maritime Handelsoperationen (UKMTO) meldete einen ungewöhnlichen Angriff auf einen Tanker, der die Meerenge in Richtung Ausfahrt passierte. Am Donnerstag näherte sich dem Schiff rund 25 Seemeilen, etwa 46 Kilometer, nordöstlich der omanischen Hafenstadt Khasab ein kleines Boot. Nach Angaben der UKMTO brachten die Angreifer zwei Sprengsätze am Rumpf an. Die Explosionen lösten im Maschinenraum ein Feuer aus, das Schiff war zeitweise manövrierunfähig. Die Besatzung konnte den Brand löschen, niemand wurde verletzt, und der Tanker setzte seine Fahrt fort. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar.

Am Freitag meldete die Marine der iranischen Revolutionsgarden, drei Öltanker seien in Brand geraten und explodiert, als sie „nicht genehmigte Routen“ genutzt hätten. Einer von ihnen, beladen mit zwei Millionen Barrel Rohöl, sei auf eine Mine gelaufen. Zudem will die Truppe im Osten der Meerenge ein unbemanntes amerikanisches Wasserfahrzeug zerstört haben. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Angaben nicht überprüfen, eine Bestätigung des US-Militärs gab es zunächst nicht.

Katar vermittelt erneut

Nach Reuters-Informationen reisten katarische Vermittler am Freitag erneut nach Teheran, die Gespräche seien „mit den USA abgestimmt“. Den Entwurf, den Katar am Sonntag übergeben hatte, hatte ein hoher iranischer Vertreter, wie berichtet, als „inakzeptabel“ zurückgewiesen. Im Kern stockt es an der Reihenfolge: Washington will das Atomprogramm von Beginn an auf dem Tisch haben, Teheran verlangt zuerst die Aufhebung der Seeblockade und der Sanktionen gegen seine Ölexporte. Außenminister Abbas Araghchi verweist auf einen eigenen iranischen Plan, der den Krieg binnen sieben Tagen beenden soll. Einen Kontakt von Vizepräsident JD Vance nach Teheran erklärte Trump damit, es sei um medizinische Hilfsgüter gegangen.

Washington erhöht den wirtschaftlichen Druck

Während Trump ein baldiges Ende in Aussicht stellt, beschreibt seine Regierung die Lage des Iran als zunehmend kritisch. Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender CNBC, Sanktionen und Blockade schränkten die finanziellen Möglichkeiten Teherans erheblich ein. Der Iran habe deshalb bereits die Mittel für verbündete Milizen kürzen müssen. Bessent rechnet damit, dass die iranische Wirtschaft im laufenden iranischen Jahr bis März 2027 um mehr als 25 Prozent schrumpft. Das ist eine amerikanische Prognose, keine unabhängig bestätigte Zahl. Anderen in Washington geht das nicht weit genug: Der republikanische Senator Ted Cruz wirbt seit Längerem dafür, iranische Regimegegner zu bewaffnen. Eine entsprechende Entscheidung der Regierung ist nicht bekannt.

Atomfrage bleibt das größte Hindernis

Der entscheidende Streitpunkt bleibt das Atomprogramm. Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag sagte der amerikanische UN-Botschafter Mike Waltz an die Adresse Teherans: „Die Vereinigten Staaten und unsere Partner werden euch niemals eine Atomwaffe erlangen lassen. Punkt.“ Zugleich warf er dem Iran vor, der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Zugang und Informationen zu verweigern.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklärte in derselben Sitzung, die Fernüberwachung zeige keine Anzeichen für eine Reparatur oder einen Wiederaufbau der bei amerikanischen und israelischen Angriffen getroffenen Anlagen. Seine Inspektoren haben aber außer im Kernkraftwerk Buschehr keinen Zugang. Die Behörde könne deshalb nicht bestätigen, dass kein Nuklearmaterial abgezweigt wurde. Besonders brisant ist der Verbleib von rund 440 Kilogramm Uran, das auf bis zu 60 Prozent angereichert wurde. Die Menge war vor den Angriffen bekannt, ihren heutigen Zustand und Verbleib kann die IAEA nicht überprüfen. Der Iran bestreitet, Atomwaffen anzustreben, und bezeichnet sein Programm als friedlich.

Militärische Vorbereitungen laufen weiter

Zugleich bereiten sich die USA auf andere Szenarien vor. Nach Auswertungen öffentlich zugänglicher Flugdaten landeten in der vergangenen Woche mehr als zehn amerikanische Militärtransporter auf den Luftwaffenstützpunkten Nevatim und Ovda im Süden Israels, wie die Times of Israel berichtet. Die Maschinen kamen vom Flugplatz Biggs Army Airfield in El Paso in Texas. Was sie geladen hatten, ist nicht offiziell bestätigt. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der Verstärkung der Luftabwehr, nach einem Bericht des Wall Street Journal schicken die USA eine Patriot-Batterie aus Texas in die Region. Außerdem stellte der Chef des US-Zentralkommandos CENTCOM Trump nach Medienberichten im Weißen Haus militärische Optionen gegen den Iran vor. Eine Entscheidung für neue Angriffe ist damit nicht gefallen.

Zwischen Hoffnung auf Einigung und neuer Eskalation

Damit endet die Woche widersprüchlich: Trump kündigt ein Ende des Kriegs an, Katar verhandelt, zugleich brennen Schiffe in der Straße von Hormus. Ob die Gespräche zu einer Einigung führen, ist offen, zu weit liegen die amerikanische Forderung nach überprüfbaren Beschränkungen des Atomprogramms und Teherans Verlangen nach einem Ende der Sanktionen auseinander. Für Israel und die gesamte Region bleibt die entscheidende Frage, ob der wachsende Druck den Weg zu einer diplomatischen Lösung öffnet oder eine neue militärische Konfrontation auslöst. Trumps Ankündigung ist deutlich, der Weg zu dem versprochenen Ende des Kriegs ist es bislang nicht.

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