Schwere Nacht im Norden: Neue Hisbollah-Angriffe erschüttern die Wohnorte
Die Nacht zum Samstag hat den Bewohnern Nordisraels erneut vor Augen geführt, wie fragil die Lage an der Grenze zum Libanon bleibt. Die Hisbollah feuerte nach israelischen Angaben zwischen zehn und fünfzehn Raketen auf Ortschaften in Galiläa und im Grenzgebiet ab.
Die meisten Geschosse wurden von der Luftabwehr abgefangen, eine Rakete schlug jedoch im Zentrum von Kirjat Schmona ein und verursachte erhebliche Sachschäden.
Verletzt wurde niemand. Dass der Einschlag mitten in der Nacht erfolgte, dürfte Schlimmeres verhindert haben. Mehrere Geschäfte und Gebäude wurden beschädigt. Kommunalvertreter in Kirjat Schmona reagierten mit scharfer Kritik: Von einer Waffenruhe könne keine Rede sein. Für die Bewohner des Nordens fühle sich die Situation wie ein aktiver Konflikt an.
Bemerkenswert war die Alarmierung im Raum Meron. Dort heulten erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe wieder die Sirenen. Auch in Metulla, Margaliot und Misgav Am wurden die Menschen in Schutzräume gerufen.
Die israelischen Streitkräfte reagierten wenige Stunden später mit Gegenangriffen. Nach Angaben der Armee wurde der Raketenwerfer zerstört, von dem die Geschosse abgefeuert worden waren. Die Luftwaffe griff zudem weitere Ziele im Südlibanon an.
Der Beschuss erfolgte kurz nach Sicherheitsgesprächen zwischen israelischen und libanesischen Militärvertretern im Pentagon. Berichten aus dem Libanon zufolge blieben die Positionen beider Seiten weit auseinander. Während Beirut auf eine umfassendere Vereinbarung drängt, besteht Israel auf der Entwaffnung der Hisbollah und behält sich militärische Maßnahmen gegen deren Aufrüstung vor.
Die jüngsten Angriffe unterstreichen die wachsende Sorge in Israel, dass dieser Zustand zum Dauerzustand werden könnte. Zwar wurde die direkte Konfrontation im vergangenen Jahr deutlich reduziert, doch die nächtlichen Raketenangriffe zeigen, dass die Hisbollah über erhebliche Fähigkeiten verfügt und bereit ist, diese einzusetzen.
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