Nach Angriff auf Beirut: Iran droht Israel mit „schmerzhafter Antwort“
Nach dem israelischen Luftangriff auf Ziele der Hisbollah im Beiruter Stadtteil Dahija wächst die Sorge vor einer weiteren Ausweitung der Kämpfe. Es war der erste israelische Angriff in der libanesischen Hauptstadt seit Bekanntgabe der neuen Waffenruhe-Absprachen mit dem Libanon.
Israel erklärte, die Attacke sei eine Reaktion auf erneuten Raketenbeschuss aus dem Libanon. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz teilten mit, die Armee habe auf Anweisung der politischen Führung Terrorzentralen der Hisbollah in Dahija angegriffen. Nach israelischen Angaben war Washington vorab informiert. In Jerusalem verweist man auf Absprachen mit den USA, wonach Israel Beirut angreifen werde, wenn die Hisbollah weiter auf israelische Ortschaften feuert.
Israelische Kampfjets trafen Gebäude, die als Hisbollah-Infrastruktur genutzt wurden. Israelische Quellen betonten, die Einrichtungen seien leer gewesen. Der Angriff hatte damit vor allem symbolischen Charakter: Israel wollte eine neue Grenze ziehen, ohne eine hohe Zahl von Opfern zu riskieren. Trump hatte sich zuletzt gegen Angriffe ausgesprochen, die zu massiven Verlusten in Beirut führen könnten.
Brisant ist die Reaktion aus Teheran. Der Sprecher des iranischen Parlamentsausschusses für Nationale Sicherheit, Ebrahim Rezaei, drohte Israel mit einer „entscheidenden und schmerzhaften Antwort“. Auf X schrieb er sinngemäß, Israel solle in der Nacht „in den Himmel schauen“. Bereits zuvor hatte der Iran gewarnt, im Fall eines israelischen Angriffs auf Dahija könnten Raketen auf den Norden Israels folgen.
Der Angriff kommt in einer ohnehin angespannten Phase. Die Hisbollah hatte die von den USA vermittelten Waffenruhe-Absprachen abgelehnt und am Sonntag erneut Raketen auf Nordisrael abgefeuert. Für viele Bewohner der Grenzregion ist die Feuerpause kaum mehr als ein diplomatisches Papier.
Israel versucht nun, eine neue Gleichung durchzusetzen: Werden Metula, Nahariya oder andere Orte im Norden beschossen, soll auch Dahija nicht mehr sicher sein. Ob Iran und Hisbollah diese Botschaft hinnehmen oder mit einer neuen Angriffswelle reagieren, dürfte sich schnell zeigen.
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