Katar drängt auf den Iran-Deal — Netanyahu will Trump treffen
Die USA und der Iran stehen kurz vor einer Absichtserklärung. Nach einem CNN-Bericht will Ministerpräsident Benjamin Netanyahu US-Präsident Donald Trump dringend treffen, sobald dieser vom G7-Gipfel in Frankreich zurückkehrt. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte, Netanyahu wolle Israels Bedenken gegen den amerikanisch-iranischen Verhandlungsrahmen persönlich vorbringen. Das Büro des Ministerpräsidenten dementierte und sprach von „Fake News“.
Israels Hauptsorge ist die Bewegungsfreiheit im Libanon: ob es weiter frei gegen die Hisbollah vorgehen kann. Nach israelischer Einschätzung will Teheran die Libanon-Front in den Deal einbinden und Israel dort einschränken. Zugleich fürchtet Jerusalem, dass das Abkommen den wirtschaftlichen Druck auf den Iran senkt, ohne dessen Atomprogramm, Raketenprogramm und regionale Stellvertreter ausreichend zu begrenzen.
In Teheran treiben katarische Vermittler die Gespräche voran. Nach Berichten der New York Times klären sie letzte Details. Ein mit den Kontakten vertrauter Gesprächspartner sagte, Katar dränge den Iran, möglichst schnell zu unterschreiben, um eine weitere militärische Zuspitzung zu verhindern.
Trump verteidigte das Abkommen. Auf Truth Social griff er den demokratischen Senator Jack Reed an, der den möglichen Deal mit dem Atomabkommen der Obama-Zeit verglichen hatte. Obamas Abkommen sei für den Iran ein Weg zur Atombombe gewesen, erklärte Trump. Sein eigenes sei dagegen eine „Mauer“, die Teheran den Bau einer Atomwaffe für immer verwehre.
Trump telefonierte erneut mit Netanyahu. Zuvor hatte er sich verärgert über einen israelischen Angriff in der Dahija in Beirut gezeigt; nach amerikanischer Darstellung gefährdete dieser Schlag den bevorstehenden Abschluss mit dem Iran. Trump soll Netanyahu in ungewöhnlich scharfen Worten aufgefordert haben, keine weiteren Angriffe auf die Hisbollah zu führen, damit der Deal nicht scheitert.
Drei Linien zeichnen sich ab: Trump drängt auf den Abschluss mit dem Iran, Katar vermittelt mit Hochdruck, Israel kämpft um seine militärische Bewegungsfreiheit im Libanon und gegenüber Teheran.
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