Erste Heimkehrer aus Dubai gelandet: Rückholflüge laufen an, Verstimmung mit den Emiraten bleibt
Nach tagelangem Hin und Her ist die Rückholaktion für gestrandete Israelis in den Vereinigten Arabischen Emiraten angelaufen. In der Nacht auf Samstag landete der erste Flug der Fluggesellschaft Arkia aus Dubai am Flughafen Ben Gurion. Arkia und Israir hatten die nötigen Genehmigungen der Emirate am Freitag erhalten, während El Al seine ersten Rettungsflüge mangels Landeerlaubnis streichen musste, wie berichtet. Weitere Flüge von Arkia und Israir sollen im Laufe des Samstags folgen, ein Flug am Samstagabend wird im Auftrag von El Al durchgeführt. El Al selbst will nach Agenturberichten ab Sonntag fliegen. Das Gepäck der Passagiere, das auf Wunsch der Emirate zunächst nicht mitgenommen werden durfte, soll ein Frachtflugzeug nachholen.
Rund 10.000 Israelis warten auf die Heimreise
Der Bedarf ist groß. Nach Schätzungen des Finanzministeriums warten rund 10.000 Israelis darauf, nach Hause zu kommen, nicht nur in Dubai, sondern auch an Zielen weiter östlich, von denen sie über die Emirate heimfliegen wollten. Finanzminister Bezalel Smotrich ordnete die Finanzierung der Rückholflüge aus dem Staatshaushalt an. Die Tickets kosten in eine Richtung 249 Dollar bei El Al, ab 279 Dollar bei Arkia und 299 Dollar bei Israir.
Auslöser der Lage ist der mutmaßliche Terroranschlag auf den Flydubai-Flug FZ1073 am Mittwoch. Flydubai stellte danach alle Israel-Verbindungen ein. Israelische Fluggesellschaften wiederum fliegen die Emirate seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar nicht mehr an, weil der Inlandsgeheimdienst Schin Bet ihnen das untersagt, solange kein Abkommen mit den Emiraten über die Luftsicherheit vorliegt, etwa über Kontrolleinrichtungen und Sicherheitspersonal an den Flughäfen.
„Hier ist niemand in Gefahr“
In den Emiraten stößt die israelische Darstellung auf Unmut. Eine den Emiraten nahestehende Quelle kritisierte gegenüber der Jerusalem Post vor allem den Begriff „Rettungsflüge“: „Rettungsflüge ist ein Begriff für ein Land, in dem es gefährlich ist, sich aufzuhalten. Das ist hier schlicht nicht der Fall.“ Auf alles, worum Israel gebeten habe, hätten die Emirate mit Ja geantwortet. Flydubai sei sogar bereit gewesen, unter anderen Sicherheitsprotokollen nach Israel zu fliegen, ähnlich wie die Fluggesellschaft Etihad, „aber die Israelis haben Nein gesagt“. Warum die Emirate die Landegenehmigungen in der Nacht auf Freitag zurückgezogen hatten, erklärte die Quelle nicht.
Israelische Airlines wollen dauerhaft zurück
Die Krise könnte die Flugverbindungen langfristig verändern. El Al, Arkia und Israir haben bei den Sicherheitsbehörden beantragt, ihre regulären Flüge nach Dubai wieder aufzunehmen. El Al plant ab November mindestens zwei tägliche Verbindungen, Arkia zwei pro Tag, Israir bis zu zehn pro Woche. Dubai ist seit der Normalisierung der Beziehungen im Rahmen der Abraham-Abkommen 2020 eines der beliebtesten Reiseziele der Israelis.
Der Kapitän als Held
Unterdessen werden weitere Einzelheiten zu dem Flug bekannt. Der verletzte Kapitän Smit Machchhar, der inzwischen als einer der Helden des Flugs gilt, und der Kopilot wurden am Donnerstag von Saudi-Arabien in die Emirate überstellt. Nach einer Rekonstruktion der Nachrichtenagentur AP drehte die Maschine etwa eine Viertelstunde nach dem zweiten Notsignal nach Westen, flog kurz in den jordanischen Luftraum, machte dann eine Kehrtwende und steuerte Tabuk an, wo sie fast vier Stunden nach dem Start in Dubai landete. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.
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