Eil: Israel greift Ziele im Iran an, Trump wollte offenbar Zurückhaltung
Nach dem iranischen Raketenangriff auf Israel hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Montag militärische Ziele im Westen und im Zentrum des Iran angegriffen. Die israelische Armee bestätigte die Angriffe am frühen Morgen.
Der Schlag erfolgte, nachdem Iran zuvor mehrere Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Teheran stellte den Beschuss als Reaktion auf israelische Angriffe gegen Hisbollah-Ziele im Beiruter Stadtteil Dahija dar. In Jerusalem wertet man den Angriff dagegen als klare Verletzung der israelischen Souveränität und als Bruch der bisherigen Spielregeln.
Besonders brisant ist der politische Hintergrund. Noch kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Premierminister Benjamin Netanjahu Berichten zufolge aufgefordert, auf einen Gegenschlag gegen Iran zu verzichten. Trump will offenbar verhindern, dass die laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über ein mögliches Abkommen durch eine neue militärische Dynamik scheitern.
Ein amerikanischer Regierungsvertreter hatte zunächst erklärt, er rechne nicht mit einem unmittelbaren israelischen Angriff. Wenige Stunden später schlug Israel dennoch zu. Nach US-Einschätzung blieb die israelische Reaktion allerdings begrenzt.
Iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen in mehreren Landesteilen. Die Revolutionsgarden behaupteten, Israel habe luftgestützte ballistische Raketen eingesetzt. Unabhängig bestätigt ist diese Darstellung bislang nicht.
Der Vorgang zeigt erneut, wie eng die verschiedenen Fronten inzwischen miteinander verbunden sind. Der Libanon, die Hisbollah, Iran und die amerikanischen Verhandlungen lassen sich kaum noch getrennt betrachten. Israel will deutlich machen, dass iranische Angriffe auf sein Territorium nicht folgenlos bleiben. Trump dagegen versucht, den diplomatischen Prozess zu retten und eine neue größere Kriegsrunde zu verhindern.
Ob es bei diesem begrenzten Schlag bleibt, ist offen. Klar ist nur: Die fragile Waffenruhe zwischen Israel und Iran steht erneut unter massivem Druck.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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