Dritter Anschlag binnen 24 Stunden: Israeli bei Havat Gilad getötet, Zamir ordnet massive Verstärkung an
Ausgerechnet der Ort, über den wir vor wenigen Tagen wegen eines verheerenden Waldbrands berichtet hatten, wurde am Freitagmorgen zum Schauplatz eines tödlichen Terroranschlags. Nahe Havat Gilad in Samaria griffen Palästinenser eine Gruppe israelischer Wanderer beim arabischen Dorf Tel an. Als der Sicherheitskoordinator der Ortschaft zu Hilfe eilte, entrissen ihm die Angreifer die Waffe und eröffneten das Feuer. Ein 30-jähriger Israeli wurde getötet, mindestens zwei weitere verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Die Armee tötete den Terroristen, der die Waffe an sich gerissen hatte, bei einem anschließenden Feuergefecht kamen nach IDF-Angaben vier weitere Palästinenser ums Leben. Das berichten Channel 14 und weitere israelische Medien.
Der Getötete war Vater zweier Kinder und für die Landwirtschaft der Ortschaft Havat Gilad zuständig. Yossi Dagan, Vorsitzender des Regionalrats Samaria, nannte ihn einen Mann mit goldenem Herzen, der das Land Israel von ganzer Seele geliebt habe.
Zamir: „Alle Beteiligten fassen“
Generalstabschef Eyal Zamir hielt nach dem Anschlag eine Lagebesprechung mit dem Kommandeur des Zentralkommandos, Generalmajor Avi Bluth, und dem Chef der Einsatzabteilung, Generalmajor Itzik Cohen. Sein Befehl: eine breite Verstärkung der Kräfte im Gebiet, um die Verteidigung zu stärken und sämtliche am Anschlag beteiligten Terroristen zu fassen. Truppen riegelten Nablus und das Dorf Tel ab, verfolgten die Täter und errichteten Straßensperren im gesamten Gebiet. Ministerpräsident Netanyahu berief Verteidigungsminister Katz und Zamir zu Beratungen ein: „Wir werden mit voller Kraft gegen die Terroristen und ihre Hintermänner vorgehen und nicht zulassen, dass der Terror in Judäa und Samaria wieder das Haupt erhebt.“
Der Anschlag war der dritte in Judäa und Samaria binnen 24 Stunden, nach zwei Messerattacken am Donnerstag. Genau das lag der am Vortag angeordneten ersten Verstärkungswelle zugrunde: Bluth hatte eine gesonderte Lagebesprechung mit allen Sicherheitsbehörden abgehalten und sofortige Truppenverstärkung sowie erhöhten offensiven Druck gegen Terrorzentren angeordnet, bei maximaler operativer Bereitschaft und der ausdrücklichen Warnung vor einer möglichen Welle von Nachahmungsanschlägen.
Scharfe politische Reaktionen
Die Reaktionen aus der Politik fielen entsprechend heftig aus. Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir forderte, die Dörfer der Mörder in Judäa und Samaria wie Beit Hanun im Gazastreifen zu behandeln. Finanzminister Bezalel Smotrich verlangte ein Vorgehen „mit eiserner Faust“ gegen das Dorf der Täter und seine Umgebung, um Ordnung und Abschreckung wiederherzustellen. Regionalratschef Dagan forderte eine groß angelegte Militäroperation gegen die Palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas und erklärte, das Gebiet stehe im wörtlichen wie im übertragenen Sinn in Flammen, eine Anspielung auch auf den Brand der vergangenen Woche. Der frühere Ministerpräsident Naftali Bennett sprach sein Beileid aus: „Anschlag um Anschlag. Unsere Herzen sind bei unseren Brüdern auf der Gilad-Farm an diesem schweren Morgen.“
Verstärkte offensive Operationen sind angelaufen
Nach Angaben aus dem Sicherheitsapparat setzen die Kräfte ihre durchgehende Präsenz fort, mit dem Ziel, die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, Terror-Organisierung zu verhindern und Stabilität wiederherzustellen. Die IDF verstärkt die Truppen an den zentralen Verkehrsachsen, in den Ortschaften und an Reibungspunkten deutlich, parallel zur Ausweitung der offensiven Initiative durch gezielte Tötungen, Razzien und Festnahmen.
Für Havat Gilad, erst vor wenigen Tagen durch einen Großbrand getroffen, ist es die zweite schwere Erschütterung binnen einer Woche. Die Ortschaft wurde einst zum Gedenken an Rabbiner Raziel Shevach gegründet, der 2018 bei einem Schießanschlag ermordet wurde. Seine Witwe und ihre sechs Kinder verloren beim jüngsten Brand ihr Zuhause.
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