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23 Jul 2026

„Binnen zwei Minuten dabei“, sagt Trump über Israel: US-Präsident erwägt größten Schlag gegen den Iran, der Krieg erreicht das Rote Meer

Zwölf Nächte amerikanischer Angriffe haben den Iran nicht zum Einlenken gebracht, und Präsident Trump denkt jetzt laut über die nächste Eskalationsstufe nach. Er erwäge einen „massiven Angriff, größer als je zuvor“, sagte er gegenüber Axios und dem israelischen Sender Channel 12, er sei „nahe an einer Entscheidung“ und „vollständig darauf vorbereitet“. Zwei US-Beamte dämpften umgehend: Ein endgültiger Befehl an das Militär sei noch nicht ergangen.

„Wir brauchen niemanden“, aber Israel stünde bereit

Besonders aufhorchen lässt ein Satz über Israels Rolle. Israel werde sich binnen zwei Minuten anschließen, sollte er darum bitten, sagte Trump, fügte aber sofort hinzu: „Wir brauchen niemanden.“ Eine israelische Beteiligung habe „Konsequenzen“, eine erkennbare Anspielung auf iranische Vergeltungsschläge gegen Israel selbst. Zur Begründung für die Eskalation griff Trump zu ungewöhnlich offenen Worten: Teheran wolle zwar verhandeln, sei aber noch nicht bereit für ein Abkommen. „Sie haben noch nicht genug Schmerz erlitten.“ Regionale Vermittler bestätigten, die iranische Führung habe den jüngsten amerikanischen Vorschlag bislang nicht angenommen.

Aus Jerusalem kommt dazu ein Detail, das den diplomatischen Frost zwischen beiden Regierungen offenlegt: Die Vorbereitungen für einen Flug der Regierungsmaschine „Wing of Zion“ nach Washington in der kommenden Woche wurden vorerst ausgesetzt, nachdem sich kein Termin mit Trump organisieren ließ. Zur Sprache kam das, weil Ministerpräsident Netanyahu Berichten zufolge an den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Senator Lindsey Graham teilnehmen wolle.

Der Krieg wächst über den Golf hinaus: Houthis treffen saudische Tanker

Parallel öffnet sich eine neue Front. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen griffen zwei saudische Öltanker im Roten Meer an, die „Encelia“ und die „Layla“, mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die „Encelia“ fing Feuer, die gesamte Besatzung blieb unverletzt, saudische Behörden sicherten das Schiff gegen Umweltschäden. Trump reagierte mit einer direkten Drohung an Teheran: Wiederhole sich ein solcher Angriff, mache er den Iran dafür verantwortlich und werde „schwere militärische Bestrafung“ gegen den Iran und die Houthis gleichermaßen verhängen.

Die Revolutionsgarden wiederum warnten Großbritannien ausdrücklich: London trage die Verantwortung, sollten britische Militäreinrichtungen amerikanischen Bombern als Basis für Angriffe auf den Iran dienen, ein Hinweis auf den kürzlichen Einsatz eines B-1-Bombers, der erstmals seit Wiederaufnahme der Kämpfe von britischem Boden aus startete. Der Ölpreis kletterte über 100 Dollar pro Fass, während neue groß angelegte Kampfhandlungen in der amerikanischen Öffentlichkeit denkbar unpopulär bleiben, was sich auch im US-Repräsentantenhaus zeigte: Eine von Republikanern mitgetragene Resolution forderte Trump auf, die amerikanischen Militäraktionen gegen den Iran zu beenden, ein symbolischer, aber deutlicher Denkzettel aus den eigenen Reihen.

Vereitelter Anschlag, neue Kriegsstrategie aus Teheran

Für Israel bleibt die Bedrohungslage konkret. Mossad und Schin Bet erklärten, einen iranischen Plan vereitelt zu haben, eine operative Zelle nach Israel einzuschleusen, um hochrangige israelische Amtsträger zu ermorden. Irans Armee kündigte an, ihre „Vergeltungsoperationen“ träten in eine „neue Phase“ ein, man werde neue militärische Strategien verfolgen, sollten die USA ihre Angriffe auf Infrastruktur und Küstenregionen im Süden fortsetzen. Außenminister Marco Rubio brachte Washingtons Linie auf eine knappe Formel: „Kopf für Auge.“ Der Iran werde einen hohen Preis für Angriffe auf Amerikaner und amerikanische Interessen zahlen.

Eine Randnotiz mit Sprengkraft für die Region: Trump knüpfte das erst am Vortag verkündete Atomabkommen mit Saudi-Arabien an eine neue Bedingung. Das Königreich müsse den Abraham-Abkommen beitreten und die Beziehungen zu Israel normalisieren, andernfalls werde der Deal nicht bestätigt. Riad hatte bislang stets erklärt, ohne einen Weg zur palästinensischen Staatlichkeit werde es keine Normalisierung geben, eine Bedingung, die Netanyahu ausdrücklich ablehnt. Ob Trump diesen Widerspruch auflösen kann, ist so offen wie die Frage, ob er den „massiven Angriff“ tatsächlich befiehlt.

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