Analyse – Wie Iran trotz hoher Verluste strategisch Zeit gewinnt
Trotz schwerer militärischer Verluste gelingt es dem iranischen Regime, politischen Druck auf die USA und ihre Verbündeten auszuüben. Besonders auffällig: Ausgerechnet die Golfstaaten, die selbst Ziel iranischer Angriffe wurden, drängen Washington auf Zurückhaltung.
Führende Politiker aus Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen Trump persönlich gebeten haben, geplante Angriffe auf Iran vorerst auszusetzen. Die Sorge: Eine neue Eskalation könnte den gesamten Persischen Golf destabilisieren, den Ölhandel massiv treffen und die Straße von Hormus langfristig lahmlegen.
Genau darin sehen Beobachter Irans Strategie. Teheran setzt offenbar darauf, durch begrenzte Angriffe und ständige Eskalationsdrohungen Angst vor einem großen regionalen Krieg zu erzeugen. Der internationale Druck auf Washington, militärische Schritte hinauszuzögern, wächst dadurch kontinuierlich.
Gleichzeitig nutzt Iran laut amerikanischen Sicherheitsquellen die aktuelle Pause, um beschädigte Raketenstellungen wieder freizulegen, mobile Abschussrampen zu verlegen und Verteidigungsstrukturen anzupassen. Besonders problematisch bleiben die tief unterirdischen Raketen- und Nuklearanlagen, die selbst bei schweren Luftangriffen oft nur teilweise zerstört wurden.
In Israel verfolgt man diese Entwicklung mit wachsender Sorge. Sicherheitskreise befürchten, dass jede weitere Verzögerung Iran Zeit verschafft, militärisch wieder handlungsfähiger zu werden. Während Trump auf Verhandlungen setzt, glauben viele israelische Analysten, dass Teheran vor allem auf Zeit spielt. Und genau darin liegt derzeit sein größter strategischer Vorteil.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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