Am Tag der Beisetzung: US-Raketen kappen die Bahnstrecke nach Maschhad
Ausgerechnet am Tag, an dem der Iran seinen getöteten Obersten Führer Ali Khamenei in Maschhad beisetzt, hat das US-Militär die Bahnverbindung dorthin unterbrochen. Marschflugkörper trafen in der Nacht zum Donnerstag zwei Eisenbahnbrücken im Norden des Landes, erstmals seit der Waffenruhe vom 8. April griffen die USA damit wieder Verkehrsinfrastruktur an. Die iranische Staatsbahn setzte den Zugverkehr zwischen Teheran und Maschhad aus, Trauerpilger müssen auf die Straße ausweichen. Die Revolutionsgarden reagierten wütend: Der Angriff solle die Aufmerksamkeit vom Trauerzug ablenken. Das berichtet N12.
Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums wurden in der zweiten Angriffsnacht mindestens 14 Menschen getötet und 78 verletzt, unter ihnen nach Behördenangaben drei Menschen nahe Ahvaz in der Provinz Chusestan.
Eine Landkarte der Schläge
Die Liste der getroffenen Orte liest sich wie ein Abfahren der iranischen Küste: die Hafenstädte Chabahar, Sirik, Dschask und Bandar Abbas, dazu Bushehr und die Golfinsel Abu Musa nahe der Straße von Hormus. In Bushehr attackierten die Amerikaner Basen der Revolutionsgarden und Startrampen für Drohnen. In Chabahar wurden nach iranischen Angaben auch zwei Piers und der maritime Kontrollturm beschädigt, Splitter trafen das Imam-Ali-Krankenhaus.
Ein US-Vertreter erläuterte gegenüber CNN an Bord des Flugzeugträgers „Abraham Lincoln“ im nördlichen Arabischen Meer die Logik der Zielauswahl: Getroffen wurden Raketen und Drohnen, die gegen amerikanische Einrichtungen eingesetzt werden könnten, etwa gegen Flugzeugträger. Die Waffenruhe mit dem Iran sei ausgesetzt, „zumindest vorübergehend“. Die Lage bleibe in Bewegung, weitere Angriffe seien möglich.
Teheran nennt erstmals die getroffenen US-Basen
Die Revolutionsgarden bestätigten am Morgen ihre Gegenschläge und wurden dabei konkret: Mit Raketen und Drohnen habe man Infrastruktur in den Stützpunkten Arifjan und Ali Al-Salem in Kuwait sowie Jufair und Sheikh Isa in Bahrain angegriffen. Die Warnung an Washington folgte im selben Atemzug: Jede weitere Aggression ziehe entschlossenere Antworten gegen andere US-Basen der Region nach sich.
Trump bekräftigte seine Linie auf Truth Social: Die Angriffe seien Vergeltung für den iranischen Beschuss von Schiffen. Geschehe das erneut, „wird es viel schlimmer“. An Bord der Air Force One ergänzte er, auf jeden iranischen Schlag antworte Amerika zwanzigfach. Die Iraner hätten sich bei ihm gemeldet und wollten „verzweifelt einen Deal“. Ob sie dessen Bedingungen erfüllen würden, wisse er nicht.
Die Beisetzung Khameneis am Imam-Reza-Schrein in seiner Geburtsstadt sollte den sechstägigen Trauerzug des Regimes abschließen. Stattdessen erreicht der Sarg eine Stadt, deren Bahnanschluss gekappt ist. Die Bilder von Stärke, auf die Teheran eine Woche lang hingearbeitet hat, bekommen zum Abschluss tiefe Risse.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
Wenn du das schätzt, kannst du unsere Arbeit direkt unterstützen.
Einfach und sicher per via PayPal
Related Posts
Türkischer Forscher: Türkische Armee kann Tel Aviv innerhalb von 72 Stunden einnehmen
Ob er daraufhin einen direkten Angriff auf Israel verüben wird, ist unwahrscheinlich, aber Israel steht…
Gespräche mit dem Iran zum Scheitern verurteilt?
Irans Atomchef Islami: „Wir werden weiterhin Uran anreichern – und dem Westen die Augen ausstechen“…
Netanjahu versichert Eltern von Geiseln: Israel arbeitet an Abkommen zur Freilassung von zehn Geiseln
Geiselforum und Tikva-Forum fordern: Alle Geiseln müssen auf einmal freikommen; Ägyptische Quelle: Hamas bittet um…
Verwirrung um Verhandlungsort – Iran lehnt Uran-Transfer ab
Die jüngsten diplomatischen Bemühungen zwischen den USA und dem Iran stehen auf wackligen Füßen. Zwar…
