80 Prozent wollen weg: Katz‘ Auswanderungspläne für Gaza hängen an Washington

Verteidigungsminister Israel Katz hat am Mittwoch erklärt, Pläne zur Förderung der Auswanderung von Palästinensern aus dem Gazastreifen würden weiterhin geprüft, seien jedoch von Präsident Trump vorerst eingefroren worden. Zeitgleich besuchte Ministerpräsident Netanyahu eine Stellung der Armee im Gazastreifen und bekräftigte, Israel werde seine militärischen Positionen dort beibehalten.

Katz äußerte sich bei der von Ynet und Jedioth Achronoth gemeinsam mit dem Israel Democracy Institute veranstalteten Konferenz „Zeit für Entscheidungen: Demokratie und Gesellschaft“, derselben Veranstaltung, bei der er zuvor bereits vor einem möglichen iranischen Angriff während der Feiertage gewarnt hatte. Israel sei bereit, die Ausreise aus Gaza auf dem See- oder Luftweg oder über andere Routen zu ermöglichen, nicht jedoch über Ägypten. „Es gibt letztlich keine echte Lösung für Gaza. Die Auswanderungsverwaltung ist bereit, das per Schiff, per Flugzeug und auf jede erdenkliche Weise umzusetzen. Ägypten ist nicht bereit, dass dies über sein Staatsgebiet geschieht“, sagte Katz.

Länder, die grundsätzlich bereit seien, Menschen aus Gaza aufzunehmen, würden dafür amerikanische Rückendeckung verlangen, so Katz weiter. „80 Prozent wollen auswandern, das prüfen wir laufend in Umfragen. Die Hamas lässt es nicht zu, und es gibt weltweit keine Länder, die sie aufnehmen. Was die Sache aufhält, ist, dass die aufnahmebereiten Länder amerikanische Unterstützung wollen.“ Katz zufolge hat Trump den Vorschlag nach Druck arabischer Staaten nicht verworfen, sondern lediglich ausgesetzt: „Jedes Land, das bereit ist, will amerikanische Rückendeckung. Im Moment hat Trump es nicht abgesagt, er hat es eingefroren.“

Netanyahu: „Wir bleiben auf dieser Linie“

Netanyahu besuchte unterdessen eine Stellung der Armee nahe der sogenannten Gelben Linie, die von Israel kontrolliertes Gebiet von jenem der Hamas trennt. Begleitet wurde er von Generalstabschef Eyal Zamir, dem Chef des Südkommandos, Generalmajor Yaniv Asor, sowie dem Kommandeur der 99. Division „Blitz“, Brigadegeneral Elad Tzuri. „Wir ziehen uns nicht zurück, wir bleiben auf dieser Linie. Wir kontrollieren 60 Prozent des Gazastreifens, und es wird noch mehr werden, denn wir schalten Tag für Tag die Terroristen aus, die uns bedrohen“, sagte Netanyahu.

Katz erklärte separat, Israel kontrolliere Gaza strategisch, während sich die Hamas auf eine Enklave von etwas mehr als 30 Prozent des Gebiets zurückgezogen habe. Die Armee teilte am Mittwoch zudem mit, Kräfte der Nördlichen Brigade und der Spezialeinheit Jahalom hätten seit Beginn der Waffenruhe mehr als 26 Kilometer an Tunnelrouten unschädlich gemacht.

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