182.000 Geburten in einem Jahr: Israel wächst auf 10,3 Millionen Einwohner
Kurz vor Rosch Haschana veröffentlicht Israel traditionell einen Blick auf das Land in Zahlen. Auch im vergangenen jüdischen Jahr ist die Bevölkerung weiter gewachsen. Dahinter stehen vor allem 182.000 Geburten. Gleichzeitig zeigt die Statistik eine Entwicklung, die genaueres Hinsehen verdient: Durch Migration verlor Israel unter dem Strich Einwohner.
Kurz vor Beginn des neuen jüdischen Jahres leben nach Schätzung des israelischen Zentralamtes für Statistik rund 10,305 Millionen Menschen in Israel.
Im Vergleich zum vergangenen Rosch Haschana wuchs die Bevölkerung um rund 124.000 Menschen. Das entspricht einem Zuwachs von 1,2 Prozent.
Der wichtigste Grund dafür sind die Geburten. Rund 182.000 Kinder kamen im vergangenen jüdischen Jahr in Israel zur Welt. Gleichzeitig starben etwa 50.000 Menschen.
Damit bleibt das natürliche Bevölkerungswachstum, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, die treibende Kraft hinter Israels wachsender Einwohnerzahl.
Israel bleibt ein junges Land
Auch im internationalen Vergleich ist die israelische Bevölkerungsentwicklung ungewöhnlich.
Die durchschnittliche Kinderzahl liegt nach den aktuellen Daten bei 2,88 Kindern pro Frau. In den OECD-Staaten liegt der Durchschnitt deutlich niedriger.
Das prägt den Alltag im Land. Große Familien, volle Kindergärten und stetig wachsende Schulen gehören in vielen Orten zum normalen Bild. Gleichzeitig stellt die Entwicklung Städte und Gemeinden vor Herausforderungen. Wohnungen, Bildungseinrichtungen, Straßen und medizinische Versorgung müssen mit der Bevölkerung Schritt halten.
Von den Einwohnern Israels werden rund 7,828 Millionen der jüdischen Bevölkerung und der statistischen Kategorie „Andere“ zugerechnet. Das entspricht 78,3 Prozent. Rund 2,173 Millionen Einwohner sind Araber, etwa 21,7 Prozent. Hinzu kommen rund 304.000 ausländische Staatsangehörige.
Fast die Hälfte der Juden weltweit lebt in Israel
Eine weitere Zahl zeigt, wie stark sich das Zentrum jüdischen Lebens seit der Staatsgründung verschoben hat.
Weltweit leben derzeit schätzungsweise 15,9 Millionen Juden. Rund 46 Prozent von ihnen leben in Israel.
Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 sind etwa 3,51 Millionen Menschen nach Israel eingewandert.
Auch im vergangenen Jahr setzte sich die Alija fort. Rund 24.000 neue Einwanderer kamen ins Land.
Doch bei der Migration zeigt die aktuelle Statistik zugleich eine Entwicklung in die andere Richtung.
Mehr Israelis gehen, als zurückkehren
Rund 57.000 Israelis wurden im vergangenen Jahr als Auswanderer erfasst. Gleichzeitig kehrten etwa 21.000 Israelis zurück, die zuvor im Ausland gelebt hatten. Hinzu kamen neben den neuen Einwanderern rund 4.000 Menschen im Rahmen von Familienzusammenführungen.
Unter dem Strich verringerte die internationale Migration die Einwohnerzahl Israels damit um etwa 8.000 Menschen.
Das ist ein wichtiger Teil der aktuellen Bevölkerungsentwicklung: Israel wächst weiterhin, aber derzeit vor allem aufgrund der hohen Geburtenzahlen. Die Migration trägt momentan nicht zum Wachstum bei.
Gerade die Frage, warum Israelis das Land verlassen und ob sie später wieder zurückkehren, dürfte deshalb auch in den kommenden Jahren gesellschaftlich eine Rolle spielen.
Hohe Lebenserwartung
Gleichzeitig weist die Statistik eine weiterhin hohe Lebenserwartung aus.
Israelische Männer werden durchschnittlich 81,4 Jahre alt, Frauen 85,9 Jahre. Damit liegt Israel bei beiden Geschlechtern über dem Durchschnitt der OECD-Staaten.
So zeigen die Zahlen zum Beginn des neuen jüdischen Jahres ein durchaus gemischtes, aber interessantes Bild: Israel wächst weiter, bleibt vergleichsweise jung und weist eine hohe Lebenserwartung auf. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung derzeit nicht durch Zuwanderung, sondern vor allem deshalb, weil deutlich mehr Menschen geboren werden als sterben.
10,3 Millionen Menschen leben inzwischen in Israel. Allein 182.000 von ihnen sind im vergangenen jüdischen Jahr neu hinzugekommen.
Wir berichten hier nicht aus der Distanz, sondern mitten aus dem Alltag in Israel.
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