Gestrandet in Dubai: Emirate stoppen israelische Rettungsflüge in letzter Minute

Für Tausende Israelis in Dubai zieht sich das Warten auf die Heimreise weiter in die Länge. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Landegenehmigungen für die geplanten Rettungsflüge israelischer Fluggesellschaften kurzfristig zurückgezogen. El Al sagte die für Freitag geplanten Flüge daraufhin offiziell ab, die Maschinen blieben am Boden in Israel. Israir öffnete den Ticketverkauf gar nicht erst, Arkia hofft noch auf eine Genehmigung im Laufe des Tages, notfalls mit Abflug am Schabbat. In Israel wächst die Sorge, dass sich der Beginn der Rückholaktion auf Samstag verschiebt.

Wie es zu der Lage kam

Hintergrund ist der mutmaßliche Terroranschlag an Bord des Flydubai-Flugs FZ1073 am Mittwoch, wie berichtet. Flydubai setzte danach sämtliche Flüge von und nach Israel aus, bis der Vorfall untersucht ist. Damit fiel die wichtigste Flugverbindung zwischen beiden Ländern weg, denn israelische Fluggesellschaften fliegen die Emirate seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar auf Anweisung der Sicherheitsbehörden nicht mehr an. „Jeder Tag, an dem Flydubai ausgesetzt ist, bedeutet mindestens 1.700 gestrandete Israelis“, sagte Mark Feldman, Chef des Reisebüros Ziontours in Jerusalem. Manche versuchen inzwischen, über Zypern oder Griechenland nach Hause zu kommen.

Ein Tag voller Wendungen

  • Donnerstag: Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet reisen nach Dubai, um die Sicherheitsvorkehrungen für israelische Flüge vorzubereiten. El Al, Arkia und Israir kündigen Rettungsflüge an, nur in Richtung Israel, zu Einheitspreisen von 249, 279 und 299 Dollar. El Al plant für Freitag zwei Flüge um 11 und 13 Uhr, Arkia einen, am Samstag bis zu fünf. Die Maschinen sollen leer nach Dubai fliegen.
  • Gegen 13.30 Uhr: Emirates, die Schwestergesellschaft von Flydubai, kündigt an, Reisende mit Endziel Tel Aviv nicht mehr auf Flüge nach Dubai zu lassen. Israelis etwa in Thailand, die über Dubai heimfliegen wollten, sitzen damit dort fest. Nach heftiger Kritik einigt sich das Verkehrsministerium mit Emirates darauf, dass die Gesellschaft ihre Verbindung wieder aufnimmt, sobald israelische Airlines nach Dubai fliegen.
  • Nachmittag: Nach Beratungen von Verkehrsministerin Miri Regev mit Sicherheitsbehörden und emiratischen Vertretern wird der Start der Rettungsflüge für Freitagmorgen festgelegt.
  • Gegen 18.30 Uhr: Die Emirate verschärfen die Bedingungen: Die Passagiere dürfen kein Gepäck mitnehmen.
  • Später Abend: Wenige Stunden vor dem geplanten Start ziehen die Emirate die Landegenehmigungen zurück. Ranghohe Vertreter beider Seiten verhandeln die ganze Nacht.
  • Freitagmorgen: Trotz zuversichtlicher Signale des Verkehrsministeriums in der Nacht liegt die Genehmigung nicht vor. El Al sagt die Flüge offiziell ab.

Das Verkehrsministerium erklärte, man arbeite mit allen Beteiligten im In- und Ausland daran, die Flüge so bald wie möglich zu ermöglichen. Gestrandete Israelis sollen in Kontakt mit ihrer Fluggesellschaft bleiben und deren Anweisungen folgen.

Offene Fragen nach dem Anschlag

Warum die Emirate die Flüge stoppten, haben sie bislang nicht öffentlich erklärt. Abu Dhabi untersucht nach eigenen Angaben inzwischen selbst, ob es sich bei dem Vorfall an Bord um Terror handelte. Unterdessen werden weitere Einzelheiten bekannt: Der schwer verletzte Kapitän ist nach Berichten Smit Machchhar, ein Pilot indischer Herkunft. Und nach israelischen Medienberichten hat der Schin Bet die Piloten ausländischer Fluggesellschaften nicht selbst überprüft.
Die Vorschrift, dass nur Piloten aus Ländern mit Beziehungen zu Israel nach Israel fliegen dürfen, sollten die Airlines selbst einhalten. Wie der omanische Kopilot dennoch ins Cockpit gelangen konnte, gehört zu den Fragen, die Israel nun dringend klären will.

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